Meine Fitness ist gar nicht mal so schlecht

Mein Freund ist auch ein Sportler. Kein richtiger Sportler, also kein Kraftsportler (höhö). Aber immerhin ein Läufer. So hält er sich fit. Und durch Laufen und Ernährungsumstellung hat er 45kg abgenommen.

Vor ein paar Tagen kamen wir auf die glorreiche Idee mal zusammen zu laufen. Ich laufe einmal die Woche auf dem Laufband oder auf dem Stepper oder fahre auf dem Fahrradergometer eine halbe Stunde um meine Kondition nicht komplett zu verlieren durch den Kraftsport.

Ich habe ihn sofort vorgewarnt, dass ich vermutlich nach einem Kilometer hustend und prustend aufgeben werde wie der Wolf in der Geschichte mit den drei kleinen Schweinchen.

Mir ist nämlich bewusst, dass das Laufen draußen eine vollkommen andere Geschichte ist, als das Laufen auf einem Laufband. Und ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich habe die Enttäuschung schon in seinen Augen gesehen. Deswegen habe ich keine zu hohen Erwartungen schüren wollen.

Vor allem aber hält mich mein Freund für wirklich superfit. Für fitter als ich mich selbst. Und ich glaubte, dass er damit falsch liegt.

ABER: Es ging erstaunlich gut. Ich konnte nicht nur durchhalten (ca. 1h) ich bin auch schneller gewesen als er. Ich habe ihn richtig abgehängt. Und als er (er hat versucht Schritt zu halten) hustend und prustend neben mir zum Stehen kam, da hatte ich noch Energie um diesselbe Strecke nochmal zu laufen. Ich war ziemlich perplex

Ich schätze mein Freund hat doch Recht und ich bin fitter als ich selbst so glaube. Nebenbei habe ich in den letzten Tagen auch festgestellt, dass ich genauso stark bin wie mein Freund. Das bedeutet, dass ich die 20-40% aufgeholt habe die Männer im Durchschnitt stärker sind als Frauen.

Gestern habe ich im Fitti das erste Mal einen Satz Kreuzheben mit 70kg geschafft. Aber nicht einfach nur so für mich wie üblich. Nein, sondern so das alle um mich rumstanden und der Trainer mich motiviert und angefeuert hat. Alle haben dabei zugeschaut. Und ich glaube, aus den Augenwinkeln anerkennende Blicke der umstehenden Männer gesehen zu haben. Das war ein krasses Gefühl. Routinierte Fitti-Gänger kennen das vielleicht, dass, wenn sich ein Sportler ein besonderes Ziel vorgenommen hat, andere anerkennend und anfeuernd zuschauen. Nun war ich zum ersten Mal Mittelpunkt eines solchen Events.

Ich mache in letzter Zeit häufiger die Erfahrung, dass ich doch ziemlich fit bin. Fitter als die Meisten da draußen jedenfalls. Ich mache jetzt schon eine Weile Sport und frage mich wann das passiert ist. Scheinbar in der letzten Woche. Wie das von außen wahrgenommen wird ist aber eher Inhalt eines anderen Beitrages auf den ich mich schon freue.

Gruppen-Spasten

Es gibt in so einem Fitnessstudio viele Beobachtungen die man machen kann. Insbesondere wenn man Kraftsport betreibt. Während der Übungsausführung hochkonzentriert und während der Pausen zwischen den Sätzen von ca. 90 Sekunden schweift der Blick und man kann die anderen Trainierenden etwas beobachten.

Was man da so sieht kann Bewunderung oder auch tief empfundenes Unverständnis auslösen. Hier geht es diesmal eher um Letzteres.

In regelmäßigen Abständen sieht man da so kleinere Gruppen von Männern die zusammen zum Sport kommen. Nicht die üblichen Verdächtigen. Die kennt man als 4-Mal-die-Woche-Sportler irgendwann. Man grüßt sich und fragt nach der Frau.

Ich meine diejenigen die sonst irgendwie nie da sind aber wenn sie es doch sind einen auf King Karl persönlich machen. Voller Ahnung vom Sport und dem Leben. Zumindest glauben sie das von sich selbst. Was diesen gruppen gemein ist, dass es sich immer um junge Männer handelt von denen einer glaubt so eine Art Oberboss zu sein. Also die anderen 2 (meist sind es Dreier-Gruppen) sind so kleine Bosse und wenn man die besiegt hat kommt man zum Oberboss – so in der Art. Gemein haben sie auch, dass sie in Wirklichkeit keine Ahnung haben was sie tun. Keiner von denen. Schlimm da zuzuschauen.

Als erstes fällt die Übungsausführung ins Auge. Natürlich muss keiner von denen sich warm machen. Die sind schon von Natur aus so heiß – da braucht man das nicht. Dann werden Gewichte auf die Stangen geknallt als gäb’s kein Morgen. Und dann wird die Übung in der schlimmsten Form ausgeführt. Also vom Das-war-Mist-Level her fast wie die Youtube-Videos mit den Gym-Fails. Ich muss dann immer an Michael Jordan denken, der für solche Videos oft bemüht wird. Der hat vor einer Ewigkeit mal einen Anti-Drogen-Werbespot gedreht und den legendären Satz gesagt: „Stop it! Get some help!“ Gut, es sind zwei Sätze.

Da werden Kniebeuge mit 100kg gemacht für die man wirklich lange und ausdauernd trainiert haben muss. Da die das aber nicht schaffen, werden die Knie eben nur andeutungsweise gebeugt. Oder das Bankdrücken läuft wie im Zeitraffer ab bei minimaler Beugung der Ellenbogen. Der Oberboss macht’s vor und die Minibosse machen’s nach. Gerne auch ohne Klemmen, die die Gewichtsscheiben auf der Stange halten damit nix runterfällt wenn man mit der Stange dann doch mal schief kommt. Passiert ja schnell. Also gefährlich ist das, was die da machen auch noch.

Dabei fühlen die sich aber so bewundert. Diese Männergruppen trainieren nicht für sich. Die trainieren für mich. Und für alle anderen die drumherum trainieren. Man soll schauen wie toll die sind. Sind sie aber nicht. Toll ausgebildete Muskulatur, also solche die für diese Gewichtsklassen nötig ist, haben die nämlich nicht. Und dann geben die sich auch noch gegenseitig Tipps – mir bluten da manchmal die Ohren. Aber Hinweise sind da natürlich umsonst. Auch noch welche von einer Frau. Aber auch unsere Trainer könnten genausogut mit den Gewichtsscheiben selbst reden.

An diese Typen:

„Keiner bewundert euch, ihr Klapser!“

Geht gefälligst ordentlich trainieren! Dann bekommt ihr auch den Respekt den ihr euch scheinbar so sehr wünscht und den man von den anderen Krafties auch leicht bekommen kann wenn man Lernwilligkeit und Durchhaltevermögen an den Tag legt.

Weg mit der Arschbanane

Es ist schon interessant, wie sich das Schönheitsideal so ändert.

Also früher einmal, da gab es eine Zeit, ich erinnere mich genau, da sollte eine Frau Körbchengröße C haben, einen flachen Bauch, mittelgroßer Arsch – am besten in Apfelform.

Und irgendwann da war das dann plötzlich anders. Erst schleichend, und dann doch ganz plötzlich. Auf einmal war dürr ganz toll. Frauen sollten dünn sein. Nicht schlank – sondern dünn. Und zwar am ganzen Körper. „Kein Arsch, keine Tittchen – sieht aus wie Schneewittchen“ oder wie der Spruch nochmal geht.

Frauen wie ich (heute) hatten auf einmal keine Chance mehr bei Männern. In Kontaktanzeigen standen häufig Begriffe wie „skinny“. Ich habe einmal beim Friseur eine Zeitung zur Überbrückung der Wartezeit gelesen. Es war eine „Fit for Fun“ glaube ich. Und da gab es einen Artikel der hieß „Weg mit der Arschbanane“ oder so ähnlich. Ich musste erstmal nachschauen was eine Arschbanane ist.

Falls ihr genauso ratlos seid: Eine Arschbananae oder auch Pobanane ist ganz einfach die Falte die unter dem Po ist. Also quasi die Grenze zwischen Oberschenkel und Po). Und scheinbar durfte man keine haben.

Hat sogar gepasst. Ich war zu dem Zeitpunkt so dünn durch Low Carb und Probleme, dass ich tatsächlich keinen Arsch mehr in der Hose hatte. In dieser „dürren“ Zeit wurde ich auch sehr oft von Männern angesprochen.

Aber das Ideal ist weitergezogen. Heute ist eine Arschbanane mehr als willkommen. Denn jetzt, liebe Frauen, sollen wir „curvy“ sein. Also nicht so richtig curvy. Sondern dünn-curvy. Also sozusagen dünn aber mit dem Arsch von Kim Kardashian oder so. Jemand sollte den Leuten die sich diese Trends ausdenken mal sagen, dass die Kardashian Implantate im Arsch hat. Und dass das im Bikini echt verboten aussieht bei der.

Im Ernst, wenn man jedem Schönheitsideal nachjagen würde, wäre man ein sehr unglücklicher Mensch. Weil das nämlich nicht geht. Das ändert sich so schnell. So schnell kommt keiner hinterher.

Einen Trend den ich ganz gern sehe als Powerbuilderin ist der Fitthick-Trend. Ich wüsste nichtmal was das ist ohne Instagram. Unter #fitthick findet man die ganzen trainierten Frauen die richtig muskulöse Rückseiten und Oberschenkel haben, dabei aber einen flachen Bauch. Sehen halt ordentlich trainiert aus die Guten.

So werde ich auch mal aussehen und ich freue mich schon darauf – Trend oder nicht.

Endlich mal zum Schluss kommen

So! Das wird jetzt der letzte Beitrag zu „The evolution of me“. Also nicht der letzte Beitrag über Sport aber der letzte über meinen Werdegang. Ganz schön egozentrisch, sowas tatsächlich auf 4 Posts auszudehnen. Aber es war im Idealfall auch etwas unterhaltsam.

DIeser Beitrag wird jetzt etwas kürzer. Hoffe ich jedenfalls. Eigentlich gibt es auch nicht mehr sooo viel zu erzählen. Ich habe mich dann im Fitnessstudio meiner Universität angemeldet. Davon gibt es mehrere. Und es kostet nur 40€ pro Halbjahr. Was will man mehr. Da laufen auch viele Trainer herum, die echt was davon verstehen.

Und dann habe ich aber immernoch nicht mit Kraftsport angefangen. Zunächst einmal habe ich KERNWERK genutzt. Die App fand ich dann gut. Trainings die, je nachdem was man so einstellt, das Training anpassen. Vom Gewicht her. Von den Wiederholungszahlen her. Jeden Tag ein neues Worjout. Und es kostet ab 5€/ Monat. Das ist der Mindestbetrag – ansonsten sucht man sich aus wieviel man zahlen will. Auch ein neues Konzept. Und je länger man die App nutzt, desto mehr passt sich das Training einem an. Also je nachdem was man so an Leistung erbringen kann. Man hat auch mal mit Langhanteln zu tun, aber hauptsächlich eigenes Körpergewicht und Kettlebells werden genutzt. Ich promote die nicht, keine Angst. Aber ich fand die eine Weile echt recht gut. Der Nachteil bei KERNWERK ist derselbe wie bei jeder Sport-App. Keiner schaut einem zu ob man das auch richtig macht. Gut, im Fitti schaut schon der ein oder andere Trainer mal hin. Aber nicht wenn man nur so Bodenübungen auf der Matte macht. Und da war immernoch mein Wunsch Kraftsport zu machen. Ich habe mich immer schon riesig auf KERNWERK-Workouts gefreut, in denen Langhanteln vorkamen. Da habe ich mich immer gefühlt wie eine von den Großen.

So habe ich mir aber auch nach und nach gewisse Übungen angeeignet wie Deadlifts (Kreuzheben) und Squats (Kniebeuge mit Gewicht). Das war ein guter Grundstock.

Irgendwann hat mir ein Trainer von Powerbuilding erzählt. Ich solle das mal googeln. Hab ich. Und seitdem mache ich das. Man findet leider nicht solche Massen im Internet dazu. Aber ein paar Trainingspläne und Anleitungen gibt es schon.

Was ist Powerbuilding?

Powerbuilding ist eine Mischung aus Powerlifting und Bodybuilding.

Ich finde das super. Man ist danach aber vollkommen tot. KERNWERK hat zwar einen Teil für Kraftsport. Aber die Anfänger-Workouts haben sich mir manchmal einfach nicht ganz erschlossen. Also warum man gerade diese Übungskobination machen soll. Also: Abo gekündigt, neuen Trainigsplan gekriegt und jetzt ordentlich am sporteln.

Gewichtsmäßig (also die Scheiben auf den Hanteln) geht es dadurch ehrlich gesagt erstmal bergab. Denn wie sich herausgestellt hat habe ich in China alles falsch beigebracht bekommen. Und auch sonst gilt: richtige Haltung, richtige Bewegungsausführung – und schon ist die Übung schwerer. Also Gewicht runter – Muskelermüdung rauf. Es ist Hammer! Dabei bleibe ich jetzt bis auf Weiteres.


P.S. Dort guckt keiner komisch wenn man als Frau Kraftsport machen will. Im Gegenteil man wird unterstützt. Und deshalb weiß ich auch, dass die anderen Fittis das nicht wollten. Weil ich jetzt nämlich weiß, wie sich Unterstützung anfühlt.

Weiter geht’s!

Also nachdem ich nun beschrieben habe wie es so in der Volksrepublik um die Schönheit bestellt ist, lauschet nun dem Fortgang meiner sportlichen Ambitionen.
Ich habe ja nun schon fleißig Sport zuhause gemacht mit DVD und so. Aber das hat mir irgendwann nicht mehr gereicht. Ich wollte weiter. Und obwohl Kraft-Ausdauer zuhause keineswegs lächerlich ist und auch sehr sehr anstrengend sein kann, wollte ich weg von Terrabändern und 2kg-Hanteln. Ich wollte Bodybuilding machen! Das war mein erklärtes Ziel.
Allein, wie stell ich’s an?
Nun, zunächst wollte ich mir ein Fitnessstudio suchen. Da ich damals nicht in meiner Universitätsstadt wohnte, sondern ca. 45min. entfernt, in einer kleineren Stadt habe ich mir Fitti’s gesucht, die auf dem Weg liegen. Für größere Umwege hatte ich weder Zeit noch Muße.

Gleich das erste war eine Enttäuschung. Ich war zum Probetraining, und habe gesagt was ich erreichen will. Und was habe ich bekommen? Zirkeltraining! Ich weiß, ich weiß, das ist auch Sport. Und ich sage ja gar nix dagegen. Nur Folgendes: 99,9% der Frauen (gefühlt) kommen ins Fitnessstudio um abzunehmen. Gerade zum neuen Jahr strömen sie alle in den heiligen Fitnesstempel und möchten den Weihnachtsspeck weghaben. Wie wird das erreicht? Na indem sie ihre wertvolle Lebenszeit auf dem Stepper verbringen und beim Zirkeltraining. An den Maschinen (die in vielen Fittit’s tatsächlich schon im Kreis aufgestellt sind, also einen Zirkel beschreiben) machen sie dann ihre drei Runden mit 25 Wiederholungen. 25 Wiederholungen! Mir war sofort klar: das ist Cardio! Der Todfeind des Bodybuilders. Ein echter Kraftsportler nimmt die ganz großen Gewichte und davon macht er dann 3 Wiederholungen. Alles andere ist doch schon Cardio. So dachte ich damals. Ist natürlich Quatsch. Weiß ich heute.

Auch Kraftsportler, egal ob Powerlifter oder Bodybuilder gehen an die Geräte. Aber die Wiederholungen und das Volumen was der Trainer mir aufdrücken wollte war trotzdem nichts für mich. Also 25 Wiederholungen sind wirkjlich Quatsch. Und das bei minimalstem Gewicht. An die Hanteln wollte er mich gar nicht ranlassen. Hat der nicht gesehen, dass ich schon ’ne ordentliche Muskulatur habe? Doch, wahrscheinlich schon. Aber Frauen sind nunmal zum Abnehmen da. Basta. So will es das Gesetz!

Ich war total genervt. Ich wollte Gewichte und krieg das Training für den After-Baby-Body. Und dafür sollte ich dann auch noch jeden Monat ordentlich Schotter bezahlen. Schon da hatte ich die Vermutung, dass es einfach nicht so richtig gewollt ist, dass Frauen Kraftsport machen. Frauen mit Muskeln sehen ja auch Bäh aus. Kennen wir doch alle aus dem Fernsehen. Ganz schlimm. Wie ein Mann und so.

Also ab ins nächste Fitti. In Bahnhofsnähe. Perfekt! Kurz bevor ich nach Hause fahre, hole ich meine Sporttasche aus dem Auto und zuckel dorthin. Aber: es war ein Frauen-Fitnessstudio. Dem Trainer habe ich erklärt was ich machen will. Und der antwortete nur: „Sie wissen aber schon, dass das hier ein Frauen-Fitnessstudio ist oder? Klar wusste ich das. „Das können sie hier natürlich nicht machen.“ Die Chefin mischte sich ein und versicherte mir, dass es natürlich schon möglich sei. Aber die hatten ja nichtmal einen Freihantelbereich. Die hatten nur Zirkeltraining und einen großen Wellness-Bereich – was Frauen sich halt so wünschen. Ich scheine also keine Frau zu sein.

Das waren zwei der Fitti’s die ich mir angeschaut habe. Ich habe aber in allen solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht. Und ich war richtig angepisst. Mein Feministinnen-Herz schlug höher. Man wollte nicht, dass ich Kraftsport mache weil ich eine Frau bin. Manche sagten mir, ich bilde mir das nur ein. Aber Leute, ich weiß ich hatte Recht. Und noch bevor ich mich zwischen dem Pest-und dem Cholera-Fitti entscheiden konnte kam auch schon mein Auslandssemster in China. Also wollte ich die Gelegenheit beim Schopfe packen und dort mit Kraftsport anfangen. Neues Land, neues Glück oder wie das heißt. Dabei spreche ich nicht mal Chinesisch. Und 95% der Chinesen nichts außer Chinesisch.

An Tag zwei meines China-Aufenthaltes habe ich mich also in einem Fitti angemeldet. Ein Chinese war dabei der tatsächlich rudimentäre Englisch-Kenntnisse hatte. Und genau deswegen habe ich im vorhergehenden Artikel erst einmal das weibliche Schönheitsideal in China beschrieben. Denn wenn ich schon dachte, man will mich hier in Deutschland mit Gewalt vom Kraftsport abhalten, dann war China der Super-GAU.
Schon beim anfänglichen Fitnesstest hat der Trainer mir ständig am Rücken und der Schulter rumgefummelt. Ich fragte meinen Übersetzer warum er das mache. Antwort: „He thinks you have big muscles.“ Ich bin mir ziemlich sicher, dass er noch nie so eine muskulöse Frau wie mich gesehen hat, obwohl man mich hierzulande wohl einfach als „fit“ bezeichnen würde.

Fahrradergometer in chinesischem Fitti

Und das Training, dass für mich angedacht war…. Leute, ihr müsst mir einen Gefallen tun: Ihr müsst mir das jetzt einfach glauben. Es wird gleich klingen als ob ich eine Karikatur beschreibe, aber so wahr ich hier an meinem Schreibtisch sitze und das hier tippe – so war’s.

Der Trainer wollte natürlich nicht, dass ich mit den großen Hanteln spiele. War ja klar. Da ich eine exotische „Langnase“ war hat mir das ganze Fitti neugierig zugeschaut. Die standen nicht im Kreis um mich rum, aber haben ständig zu mir gelinst und „heimlich“ (naja, so heimlich war es ja offensichtlich nicht“) mit ihren Handys gefilmt. Dann hat der Trainer eine 1kg-Hantel hingelegt und mich aufgefordert die anzuheben. Ich tat wie geheißen. Das ganze Fitti war erfüllt von „Aaahhhhhh“ und „Ooohhhh“. Erstaunte Rufe der Bewunderung und der Faszination. Handykamerablitze blitzten. Ich hatte die Aufmerksamkeit aller. Ich wusste gar nicht was los war bis mir mein Übersetzer mit ungläubiger Miene sagte: „You’re very strong“. Das war ein verficktes Kilogramm und die haben so getan als ob ich gerade Exkalibur aus dem Stein gezogen hätte. Excuse my french. Da wusste ich jedenfalls: das wird hier nix. Ich bin natürlich weiter zum Sport gegangen. Ein halbes Jahr ohne halte ich doch schon lange nicht mehr aus. Da würde mein Kopf schon nicht mitmachen. Der würde dann komische Gedanken denken. Ich bin also weiter hin. Fast jeden Tag. Und ich hatte mal Gelegenheit die Chinesen beim Sport zu beobachten. War tatsächlich auch ganz interessant.

Also zunächst mal muss man hier sagen, dass Asiaten nicht so gut Muskeln aufbauen wie wir Europäer. Die sind halt auch einfach sehr dürr. Wenn die Jahre lang trainieren und immer schön stoffen und auf ihre Ernährung gucken, da haben die vielleicht so etwas wie einen Bizeps. Aber auch nur vielleicht und wenn die Sterne gut stehen. Also so Pumper wie wir sie uns vorstellen gibt es ganz selten.

Einige kommen ohne Sportklamotten und machen direkt in ihren Straßenklamotten „Sport“. Können sie auch. Die schwitzen nämlich nicht. Die kommen erholt vom Sport. Auf den Laufbändern latschen sie gemütlich 10min. vor sich hin. Und danch setzen sie sich auf ein Gerät stellen 0,0kg Gewicht ein und checken ihre Mails und ihre neuesten Wechat-Nachrichten. Und das STUNDENLANG. Keine Übertreibung. Wenn man auf sie zugeht um zu fragen ob sie das Gerät noch brauchen führen sie die Übung genau einmal aus (mit 0 Gewicht) um zu zeigen, dass sie das Gerät noch benutzen. Also die Frauen. Damit sie bloß keine Muskeln entwickeln. Ich habe mich oft gefragt warum die überhaupt kommen. Dehnübungen, die machen sie. Das finden sie gut. Aber davon kriegt man auch keine Muskeln.

Ich wollte dann auch mal an die Multipresse und Squats machen und so etwas. Oder Bankdrücken lernen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Der Chinese der am ersten Tag für mich übersetzt hat sagte mir dann, dass man mit solchen Übungen nur ganz ganz kleine unwichtige Muskeln trainiert. Ich solle mich doch auf die großen Muskeln konzentrieren. Netter Versuch. Ich habe dort eine „Kraftsportlerin“ gesehen. Die hat immer 0,5kg-Hanteln angehoben. Und hinter ihr stand ein Typ und hat noch von unten gegen die Oberarme gehalten und sie gespottet. Gespottet! Damit die sich an nem halben Kilo nix tut!!!

Aber das ist natürlich auch alles irgendwie Show. Wenn wir mal ehrlich sind. Ich verstehe, dass Männer von Natur aus körperlich stärker sind als Frauen. Normalerweise jedenfalls. Aber wenn man Trouble hat ein halbes Kilo hochzukriegen könnte man ja nicht mal in der Mensa sein gefülltes Tablett zum Tisch bringen. Das ist eine Show die aufgeführt wird um Männer glauben zu lassen man wäre wirklich sehr sehr schwach. Weil das attraktiv ist. Ich bin da manchmal verzweifelt. Da gelte ich dort lieber als fett als diesen Zirkus mitzumachen. Ich stelle mir das auch sehr anstrengend vor.

Die Anfänge

Wie es dann weiterging…

Nachdem ich also mit Sport angefangen hatte, und es auch schon zur Gewohnheit wurde, hatte ich ganz toll abgenommen. Genug, damit es auch anderen auffällt. Da waren wir stehengeblieben. Das ging eine ganze Weile ganz gut mit der DVD. Irgendwann kam auch eine neue DVD dazu. Irgendwann kam eine richtige Sportmatte dazu. Irgendwann kamen richtige Sportklamotten dazu. Nicht mehr mit fettigen Haaren und ohne BH. Nein, wie so ein Fitnessmodel. Das motiviert ja auch ein bisschen. Ein bisschen? Ja genau. Die Motivation die einem neue Sportklamotten geben hält nun einmal nicht lange an. Meist reicht es genau für einmal Sport machen. Ich habe mir das Zeug damals erst gekauft als ich wusste: Das will ich machen!

Irgendwann war es soweit und ich kaufte mir Hanteln. Erst bin ich der Empfehlung der DVD’s gefolgt und habe mir 0,5kg-Hanteln gekauft. Das ist natürlich vollkommen sinnlos. Was soll man damit trainieren? Aber diese Fitness-Videos sind natürlich darauf ausgelegt, dass man nur etwas „toned“ ist, wie man unter Frauen so schön sagt. Nur ein ganz klitzekleines bisschen Definition. Nicht zu viel. Man will ja nicht „bulky“ aussehen. So wie die Frauen die Bodybuilding machen. Ganz schlimm ist das ja. Wie Männer sehen die aus! Und kaum Brust haben die! Das sieht ja nun wirklich nicht mehr schön aus.

Ein halbes Kilo hat mir jedenfalls nie gereicht. Die Warnungen habe ich in den Wind geschlagen. Auch die unqualifizierten Aussagen, dass ich ja jetzt aufhören könne Sport zu machen – jetzt wo ich so schön abgenommen habe. Jetzt bräuchte ich das ja nicht mehr. Dass das Bullshit ist habe ich schon damals gewusst. Dass das mit dem „bulky“ werden Bullshit ist, weiß ich heute. Eine normale Frau kann gar nicht so aussehen wie weibliche Bodybuilder es zuweilen tun. Dazu fehlt uns nämlich das Testosteron, Mädels! Ja, wenn man es künstlich zuführt, ja dann….dann kann man so aussehen. Ohne Brust und mit massiver Muskulatur. Vermännlicht eben. Aber ohne Steroide? Keine Chance! Übrigens nehmen auch viele Fitness-Models ganz leichte Steroide zu sich, um zu ausszusehen wie sie es eben tun.

Und dann habe ich ja die Entscheidung getroffen in China weiter zu studieren. Und dort wollte ich dann von dem Muschi-Sport weg. (Ich mag das Wort eigentlich nicht, weil es impliziert, dass es super easy ist und gar nicht schwer. Aber natürlich ist es schwer.) Dafür wollte ich hin zum Muschi-Sport (hier richtig verwendet im Sinne von echt badass krass cooler Scheiß). Der Muschisport mit den Eisen, den kurzen und den langen Eisen. Und ich habe mich auch direkt am zweiten Tag in einem Fitnessstudio in Campusnähe angemeldet. Und ich bin dort auch sehr regelmäßig hingepilgert. Aber mit Muschisport war da erstmal nix. Warum, das schreibe ich beim nächsten Mal.

Die Anfänge

Ich würde gerne etwas über Sport schreiben. Wie er mich erleuchtet hat. Und wie gut ich mich damit fühle. Und warum ich das alles eigentlich mache.
Darüber gibt es aber viel bessere Blogs (wie diesen hier).
Ich habe das Gefühl, dass alles schon gesagt wurde. Die üblichen Motivationssprüche hat ja jeder schonmal gehört. Und jeder weiß auch, auf einer abstrakten Ebene, das Sport gut für Körper und Geist ist. Es gibt also nichts was ich sagen könnte, um Leute zu bekehren, oder auch nur meine Begeisterung spürbar werden zu lassen weil alles schon mal gesagt wurde und deswegen abgedroschen klingt.

Das ist aber schade.

Ich habe ursprünglich aus einer ganz dummen Motivation heraus angefangen. Das ist jetzt etwas peinlich. Aber euch kann ich es ja verraten. Ich habe wegen einem Mann angefangen. Ich wollte ihn beeindrucken. Ich wollte, da er selbst sportgebeistert ist, etwas haben was ich mit ihm teilen kann. Und natürlich wollte ich ihm optisch gefallen. Sowas darf man als Frau aber nicht machen. Ich habe eigentlich Selbstbewusstsein, aber die obigen Zeilen konterkarieren das etwas.
Aber wie Arnold Scharzenegger schon sagte: „Es gibt keine schlechte Motivation. Es gibt nur Motivation.“

Um es gleich vorwegzunehmen: Natürlich hat das mit dem Kerl nicht geklappt. Gut so. Was würde ich auch mit einem Typen anfangen, der mich plötzlich mag nur weil ich schlank bin.

Ich habe also angefangen. Wie? Indem ich mir eine DVD gekauft habe. So eine Fitness-DVD mit Pilates drauf. Von der „Brigitte“. Ihr wisst schon. Diese Frauenzeitschrift für die gepflegte Frau ab 50. What’s new im Königshaus, die besten Abnehmtipps und eine Seite weiter die besten Tortenrezepte für den Herbst. Diese „Brigitte“. Warum? Weil ich dachte: „Nicht gleich übertreiben. So ein bisschen Oma-Sport kriegst du hin – auch mit deiner Kondition.“ Ich und meine grenzenlose Arroganz.
Dem war nicht so.

Das ist die besagte DVDIch stand da im Wohnzimmer, ohne BH, fettige Haare, keine Sportmatte sondern eine Wolldecke. Dilettantisch. Nach 5 Minuten war ich kochledergar. Ich habe getrieft vor Schweiß. So stand ich da japsend und nach Luft ringend. Ich brauchte 5 Minuten Pause.
Als ich die DVD wieder gestartete habe sagte mir die übermotivierte Trainerin: „So, war das unser Warm-up. Jetzt lasst uns mit dem Workout beginnen.“
Bitte was? Ich habe insgesamt 5 Pausen gebraucht und bin immer noch nicht am Ende der DVD angekommen. Ich musste abbrechen. Aber ich habe mir vorgenommen, das ich dieses Workout knacken würde und wenn es das letzte wäre was ich täte. Oft genug dachte ich auch, das es das wirklich ist.
Stellt euch jetzt bitte keinen Hochleistungssport vor. Das Workout war vielleicht nicht für die gepflegte Frau ab 50. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man so etwas mit (damals) 29 schaffen sollte. Ich war einfach nur so unfit.
Ich war damals in der Schule schon so eine, die beim jährlichen Sportfest immer nur eine Teilnehmerurkunde bekommen hat.

Long story short. Irgendwann habe ich das Workout geknackt. Ich habe jeden Tag trainiert. Und mich von Tag 1 an jeden Tag auf die Waage und vor den Spiegel gestellt. Wie das nunmal so ist. Man macht einmal 10 Minuten Sport um abzunehmen und bildet sich selbst ein, dass man den Effekt schon sehen könne. Obwohl das natürlich Quatsch ist.

Aber irgendwann ist es soweit. Irgendwann sieht man den Effekt wirklich. Das ist dann keine Einbildung mehr. Man selbst sieht es natürlich zuallererst. Es gibt da diesen Spruch:

4 Kilo – Du siehst es.
8 Kilo – Deine Freunde sehen es.
12 Kilo – Jeder sieht es.

Ich war mega stolz. Irgendwann habe ich auch noch meine Ernährung umgestellt. Da hatte ich aber schon 17kg verloren. Bei 23 kg habe ich dann die Notbremse gezogen. Ich wurde langsam etwas zu dünn. Low Carb ist zwar ganz nett und hat durchaus seine Berechtigung aber der Erfolg kann durchschlagend sein wenn man nicht aufpasst.

Übrigens: Der Mann wegen dem ich angefangen hatte, den hatte ich über einen langen Zeitraum nicht mehr gesehen. Fast ein halbes Jahr. Und als wir uns wiedergesehen haben, und ich figurtechnisch topmodel-mäßig unterwegs war, meinte er nur: „So fett habe ich dich gar nicht in Erinnerung.“ Charming. Wäre er die einzige Motivation geblieben hätte ich an dieser Stelle wohl entmutigt aufgehört.

Damit dieser Eintrag hier nicht zu lang wird, ist die Geschichte hier zunächst einmal zu Ende obwohl sie natürlich weitergeht.

Und bevor jemand fragt: Nein, ich habe keine Vorher-/Nachher-Bilder gemacht. Dazu bin ich wohl nicht Millenial genug. Aber es gibt aktuelle Fitness-Selfies. Die gehören dann in den anderen Teil der Geschichte.

Apps, Apps, Apps!

Ich bin ohne Internet aufgewachsen. Ich gehöre genau zu der Generation die mitbekommen hat wie langsam die ersten Handies auf den Markt kamen. Nicht diese Telefonzellen, die man damals Mobiltelefon nannte. Die nicht. Ich meine die handy Handys. Die handlichen kleinen Dinger, die in jede Tasche passen.
Das waren noch Zeiten als man auf dem Nokia 3210 ‚Snake‘ spielte. Würde man heute so ein Teil ausgraben hätte es vermutlich noch 2 Striche Akku.

Ich selbst habe mit 18 mein erstes Handy gekriegt. Heute fast undenkbar. Natürlich konnten die Teile fast nix mit ihren monochromen Bildschirmen. Man musste noch SMS tippen, die pro Nachricht auch noch Geld kosteten. Heute genauso undenkbar.

Gegen ein Smartphone habe ich mich lange gewehrt, musste aber schlussendlich einsehen, dass man ohne Smartphone praktisch nicht studieren kann. Da wird mal ein Raum geändert den man online nachschauen muss – und zwar JETZT!

Nachdem ich dann eines hatte, (mit 28!) war ich davon gar nicht mehr wegzukriegen.
Und inzwischen bin ich ein Suchti. Ich komme ohne mein Handy gar nicht mehr klar.
Und das führt mich zum eigentlichen Inhalt dieses Beitrags.
Apps!

Es ist einfach unglaublich, was man mit Apps alles anstellen kann. Inzwischen tracke ich mein ganzes Leben und finde es gar nicht gruselig. Nein, ich finde es toll. Es strukturiert meinen Tag.
Ich habe eine App zur Gewohnheitsbildung. Tolle Sache! Wenn man etwas Positives will, dann macht man es sich zur Gewohnheit. Dafür gibt es Apps. Viele Apps. Ich nutze Habit Bull.
Dort stehen dann Dinge wie:

  • Keinen Alkohol trinken
  • Kraftsport
  • 1x/Tag frisches Obst
  • Meditation
  • Etwas Neues lernen
  • Zum Spaß lesen
  • usw. usf.

 photo whatsapp-2035059_1920_zpskqm3o4tj.jpgUnd jeden Tag gibt es mir ein tolles Gefühl, die verschiedenen Punkte die verschieden oft, aber regelmäßig dran sind, abzuhaken.
Aber das reicht nicht. Oh nein, meine Freunde!

Wie mache ich Sport?
Na, mit KERNWERK. Tolle App!
Wie bleibe ich Alkohol fern?
Na, mit Sober Time.
Wie meditiere ich?
Na, mit Serenity.
Wie lerne ich etwas Neues?
Wenn es sich mal nicht im Real Life ergibt, dann mit Podbean. Dann lerne ich eben mit Podcasts.
Wie lerne ich für mein Examen?
Na, mit Clockwork Tomato und dem Productivity Challenge Timer.
Wie bleibe ich vom Handy fern?
Mit OFFTIME.
Ich habe eine App auf meinem Handy um nicht immer am Handy zu sein. Muss ich mehr sagen?

Klar doch. Ob Kochen, ob Selbstliebe. Für alles gibt es eine App. Ich lasse von einer App meine Schlafqualität messen und aufnehmen wenn ich im Schlaf spreche.
Da ich sehr spät mit dem ganzen Handykram angefangen habe, hat mich das ganze umso schlimmer erwischt.
 photo 13982dcc8983536a452b1455205f5757_zpso5ikbsuj.jpgDie oben genannten Apps sind nur die Spitze des Eisbergs. Ich habe insgesamt 30 Fitness-Apps. 30! In Worten: Dreißig! Ich habe sie eben erzählt und war selbst erstaunt. Ich brauchte halt eine Weile ehe ich die Richtige für mich gefunden habe.
Bei meinen Yoga-Apps will ich gar nicht erst anfangen. Das macht mir aber irgendwie auch Freude. Weil diese Apps, auf die eine oder andere Art, alle dazu da sind Fortschritte zu messen. Und es ist immer schön, seine Fortschritte zu sehen. Außerdem verleiht es meinem Tag Struktur. Kein Rumhetzen und am Ende des Tages immer noch das Gefühl haben alles angefangen aber nix geschafft zu haben. Es ist ein: „Da schau her! Das habe ich heute geschafft.“ Selbst meine Einkaufsliste steuere ich über eine App.

Vielleicht schreibe ich sogar einmal über die ein oder andere App die ich für wirklich empfehlenswert halte.

Von meinem Echo-Dot und wie ich mich mein kleines WG-Zimmer nach und nach smart mache will ich hier gar nicht anfangen. So wurde aus einem absoluten Smart-Noop eine App-Besessene. Das hätte es zu Nokia-Zeiten nicht gegeben.

Werbung, und zwar viel davon

Ich habe ein Problem. Und es ist Zeit, dass ich aus dem Schatten trete, und darüber rede.
Ich habe ein Problem und und es ist an der Zeit sich diesem Problem Auge in Auge zu stellen.

Mein Problem heißt Werbung. Viel Werbung. So viel, dass ich ausflippen könnte.
Vielleicht liest das hier jemand der mir helfen kann. Denn alle Internet-Recherche und Versuche das Problem auf die dort beschriebene Weise zu lösen sind fehlgeschlagen.

Ich benutze Firefox. Und ich mag Firefox. Aber seit einiger Zeit öffnet dieser blöde Browser permanent Werbung. Wenn ich auf einer Seite surfe, und einen Klick mache, einfach so – ins Leere, oder absichtlich um einen Link zu öffnen – gehen sofort mindestens 5 Pop-up-Fenster auf.
Und nicht nur das. Jedes dritte Wort in einem Text ist ein Link. Wenn man darüber fährt geht ein kleiner „Schaukasten“ auf. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen was passiert wenn ich versehentlich draufklicke. Es ist zum Mäusemelken.

Natürlich habe ich schon die Einstellungen bei Firefox überprüft. Aber das kann es nicht sein. Ich habe angeklickt, dass Pop-up-Fenster nicht geöffnet werden. Und doch passiert es. Mein Computer ist seitdem auch total langsam geworden. Klar, wenn ständig 12 Tabs Minimum geöffnet sind.
Ich habe auch schon geschaut ob sich nicht vielleicht irgendein Programm, dass ich nie wollte, selbstständig installiert hat. Nichts zu finden. Zumindest für mein ungeübtes Auge.

Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter, denn es nervt. Es nervt so richtig.
Vielleicht liest das hier jemand, der sich damit auskennt und mir einen hilfreichen Tipp zukommen lassen kann.

Ich habe nur Zeit für ein kurzes „Yippieh“

Eigentlich wollte ich ja meinen nächsten, also diesen. Blogeintrag um das Thema Beschneidung drehen lassen.
Vielleicht mache ich das auch später noch…

Aber zuerst sind erste Male dran.
Ich habe nämlich heute das allererste Mal in meinem Leben gewettet. Also so richtig. Mit Geldeinsatz bei einem großen Wettbüro. Ladbrokes bietet jedes Jahr Wetten an, um auf den diesjährigen Literaturnobelpreisträger zu tippen. Und jedes jahr nehme ich mir auf’s neue vor 10€ auf Thomas Pynchon zu setzen. Dieses Jahr habe ich es wirklich gemacht.
Das war so aufregend. Und wenn ich gewinne, bin ich 210€ reicher.
Natürlich wird es nicht so kommen. Das ich nämlich auf Thomas Pynchon gesetzt habe, hat ideelle Gründe und hat nichts damit zu tun dass ich ihm Gewinnchancen ausrechne.
Oder wie mein Honigapfel ausdrücken würde: „Da kann mer das Jeld och bei Hans in Gulli schmeißn.“

Grund: Thomas Pynchon ist US-Amerikaner. Und die Schweden haben es in den letzten Jahren nicht so mit den Amis. Auf der Shortlist stehen schon seit vielen Jahren US-Amerikaner an der Spitze. Aber laut Nobelpreisjury sind die wohl zu eingenommen von ihrer Massenkultur. (Das war fast ein Zitat.)
Außerdem ist Pynchon ja ein Phantom, von dem es seit Jahrzehnten keine neuen Bilder mehr gibt. Und ein Typ wie Pynchon taucht dann nicht einfach ganz öffentlich bei so einer Zeremonie auf. Auch das wissen die Nobel-Juroren nicht unbedingt zu schätzen. Die waren ja schon vergrätzt als Elfriede Jelinek 2004 wegen ihrer Angst vor Menschenmassen den Preis nicht persönlich entgegen nahm. Harold Pinter (2005) und Doris Lessing (2007) konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.
Die Blöße geben die sich so schnell wohl nicht wieder.

Aber ich verliere den Faden.
Das andere erste Mal hat mir mein Schatz vor gerade 10 Minuten beschert. (Hey Moment, das klingt seltsam.) Ich werde nämlich in 2 Wochen zur Frankfurter Buchmesse fahren. Meine erste Buchmesse! Und ich freue mich riesig drauf.
Der Fotoapparat wird wohl nicht stillstehen wenn Cees Nooteboom, Martin Walser, Tim Mälzer und andere aufkreuzen.