Zwischenprüfungen

Ich habe heute die Noten meiner Zwischenprüfungsklausuren erhalten. Und ich bin schon sehr zufrieden.
Wenn es das ist was ich im 1. Staatsexamen erwarten kann – dann wäre ich schon sehr glücklich. Über etwas mehr wäre ich allerdings auch nicht unglücklich.

Punkteschnitt: 8.33 Punkte

Damit habe ich mich qualifiziert und mein Grundstudium 2 Semster früher abgeschlossen als vorgesehen.

Mal was für die Fitness tun…

Alter Schalter!
Ich habe heute das erste Mal ein Bauch-Beine-Po-Intensiv-Workout gemacht.
Und es verdient wirklich seinen Namen.
Ich musste 5 Pausen einlegen und war am Ende so fertig, dass ich nicht nur Luftnot hatte sondern auch gezitter habe wie Espenlaub.
Ich konnte zeitweise meine Beine nicht mehr spüren und bin die Treppe eher hochgekrochen als -gelaufen.
Heftig!

Ich will das jetzt zwei Mal die Woche machen.

At work

Ladies and Gentleman, das Herz hat wieder eine Arbeit. Also so eine Richtige. Eine die bezahlt wird.

Es fühlt sich ganz gut an.
Ich hoffe ich komme schnell in die Abläufe rein, und dass ich mich mit allen gut verstehe.

Was? Ihr wusstet gar nicht dass ich einen Job suche? Tja, ich auch nicht.

Zur Zeit bin ich ziemlich erkältet, und deswegen etwas langsam und tranig.
Ich versuche hier wieder etwas regelmäßiger zu bloggen. Aber das, was mich zur Zeit so richtig beschäftigt, kann ich noch nicht schreiben. Das wird noch mindestens ein Jahr dauern, schätze ich.

Mein 1. Hilfe-Koffer

Ich habe einen 1. Hilfe-Koffer. Juhuu! Einen 1.Hilfe-Koffer für Krankenschwetsern.

Und das ist das Schmuckstück:

Und das ist der Inhalt:

Nun gut, eigentlich ist es etwas mehr als ein 1. Hilfe-Koffer. Vielmehr handelt es sich um einen Notarztkoffer. Und die Berufskleidung kommt demnächst hinterher. Vielleicht steht dann bald ein Bild von einem himbeerfarbenen Sahnebonbon Kasack im Blog.

Ich bin Krankenschwester.

Heute möchte ich über meine Arbeit schreiben. Es liegt mir am Herzen.
Warum? Weil ich einen besonderen Job habe.

Was bin ich? Ich bin freischaffende Krankenschwester.
Was bedeutet das? Ich arbeite als Krankenschwester bei einer Anwaltskanzlei, statt in einem Krankenhaus.
Das mutet deutschen Ohren noch etwas seltsam an. In den USA ist es allerdings gang und gäbe dass erfolgreiche Anwälte bis ins hohe Alter, mit einer Krankenschwester an ihrer Seite im Gerichtssaal stehen oder sich große Unternehmen eine Betriebsschwester einstellen. Sehr gut zu sehen ist das in US-Teeniefilmen in denen es Schulschwestern gibt.

Ja, ich gebe es zu. Ich arbeite mich nicht tot. Ich schreibe es gern noch einmal größer:

Ich arbeite mich nicht tot!

Eine Anwaltskanzlei ist schließlich keine Intensivstation. Aber sollte ich mich dafür schämen? Nein, ich glaube nicht.
Mein Umfeld sieht das aber oft anders.

Ehemalige Kollegen kamen manchmal auf mich zu und insistierten: „Ja, aber wo ist denn da die Herausforderung?“

Die Antwort: Die Herausforderung auf einer Inneren Station in Deutschland besteht nicht im Fachlichen. Es geht dort nicht mehr darum viel Fachwissen zu haben. Das ist traurig aber wahr. Denn für Fachwissen ist keine Zeit. Es geht darum die absolute Grundversorgung (Patienten waschen, Medikamente zu verabreichen, und Essen zu verteilen) mit sehr wenig Personal und sehr wenig Zeit geregelt zu bekommen. Die Herausforderung ist also der Zeitdruck. Und nicht die Maximalversorgung die ich gerne leisten würde. Für Kinästhetik (rückenschonendes Arbeiten) und Bobath (ein Pflegekonzept dass man nach Schlaganfällen anwendet) ist einfach keine Zeit. Das ist der pure Luxus. Auch wenn sich das Wissen darum in meinem Kopf befindet.
In einem deutschen Krankenhaus arbeitet eine Krankenschwester nicht als Krankenschwester. Das ist Fabrikarbeit! Arbeit im Akkord. Soll ich das auch noch einmal groß schreiben? Wie am Fließband Menschen waschen, wie am Fließband Essen verteilen, wie am Fließband Tabletten in die Hand und Infusionen in den Arm drücken – wie am Fließband. Alles genormt. Immer diesselben Griffe und Bewegungen.
Vermisse ich den Zeitdruck? Vermisse ich den Balanceakt zwischen Engagement und Burnout-Syndrom? Vermisse ich die Angst vor dem Personalabbau? Und hasse ich es dass ich meinen Beruf jetzt mit einer Familie vereinbaren kann? Hasse ich es viel Zeit für mich zu haben? Hasse ich es nicht mehr unterbezahlt zu sein? Muss ich diese Fragen wirklich noch beantworten?

Noch interessanter sind diejenigen die mich fragen wann ich mir denn mal wieder Arbeit suchen will. Und auf meine Entgegnung dass ich doch in Lohn und Brot stehe stammeln, sie meinten halt richtige Arbeit. Weil das was ich mache wäre ja nicht so richig…..arbeiten.
Ich gestehe es: In den ersten Wochen habe ich Bücher gelesen, die ich schon lange mal lesen wollte, hab Sudoku mit meinem Sudoku-Automaten gespielt, Filme geschaut, mir die Umgebung mit ihren Schlössern und Klöstern einmal angeschaut. Und ich dachte so bei mir, dass mir das bestimmt bald langweilig wird. Bestimmt hasse ich bald meine viele Freizeit, mir fällt die Decke auf den Kopf, und ich möchte wieder in einem Krankenhaus etwas Action genießen. Und vielleicht arbeite ich irgendwann mal wieder in einem Krankenhaus. Das will ich nicht ausschließen.
Aber jetzt mache ich den Job seit einem halben Jahr und muss sagen: Nö, mir ist nicht langweilig. Ich weiß mich immer noch sehr gut selbst zu beschäftigen. Und genieße meine freie Zeit. Vielleicht schwingt das auch erst nach Jahren um. Aber ich bin eher geneigt zu glauben dass das die deutsche Mentalität ist. Der Deutsche fühlt sich scheinbar nicht wohl wenn er sich nicht totarbeiten darf, und dann darüber maulen kann. Menschen die dieses Problem aktuell nicht haben, können also nicht richtig arbeiten. Das ist der Deutsche. Leben um zu Arbeiten.

Ich fühl mich aber sehr wohl mit dem Arbeiten um zu Leben-Konzept. Wenn sich das ändert, sag ich Bescheid. Ich sage immer noch: Ich bin Krankenschwester!

Und hier noch ein paar Zahlen, die für jeden interessant sind der im Krankenhaus arbeitet, arbeiten will, oder jemals Patient dort sein wird:

  • 36% aller Krankenschwestern in Deutschland wollen sich einen anderen Job suchen
  • 30% aller Krankenschwestern geben an, ausgebrannt zu sein (diese Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen)
  • In Norwegen betreut eine Krankenschwester 5,4 Patienten, in den USA 5,3 Patienten, in Deutschland 13,0. Deutschland ist damit das Schlußlicht in Europa und den USA.

„Shikasta“ von Doris Lessing

Pflegefall Pflegerin

Das ist mein Beruf:

Traurig aber alles wahr.
Nicht dass ich da noch irgendeine Hoffnugn auf Besserung der Umstände sähe.

Ich habe den Titel einmal in die richtige Richtung verändert. Im Video ist ja immer von Pflegern die Rede. Natürlich ist dabei klar dass in Wirklichkeit Frauen gemeint sind, die immerhin zu 80% in der professionellen Pflege vertreten sind (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Die Frau ist mal wieder nicht der Rede wert.

Ich habe einen J.O.B.

Seit Anfang des Monats bin ich wieder als Krankenschwester im Dienst.
Was aus meiner Weltreise wird fragt ihr?
Haha, ganz einfach. Dder Honigapfel beschäftigt mich als seine ureigenste Krankenschwester.
Ja, manchmal ist es schon seltsam wie es kommt. Und ist es nicht der Traum so manchen Mannes…..
Mal schauen ob es noch ein kleines Kostümchen gibt, mit Haube und großem roten Kreuz auf der Brust….

Das Gute: Er kann mich von der Steuer absetzen und ich habe keine Lücke im Lebenslauf. UND ich bin dadurch jetzt privat krankenversichert. Das wollte ich ja schon immer mal sein.
Aber da ich das nicht gewöhnt bin, habe ich gleich bei meinem letzten Telefonat mit einer Arztpraxis vergessen das zu erwähnen.

Zuerst veröffentlicht am 04.07.2012 um 14:57

Der letzte Dienst

Vorgestern hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Es war schon seltsam die Station, die fast 3 Jahre meine Heimat war, zu verlassen. Aber der Abschnitt der vor mir liegt, war schon lange mein Traum.

Leider habe ich kein ordentliches Bild von der Zeit als ich nach Stuttgart kam. Aber ich habe Bilder gemacht von „vor dem letzten Dienst“ und „nach dem letzten Dienst“. (Dieser Dienst beinhaltete mehrere kleine Katastrophen und eine Reanimation)

Vor dem Dienst:

Vor dem Dienst

Nach dem Dienst:

Nach dem Dienst

Ich wünsche meiner Station alles Gute! Und hoffe dass sich die Situation der Pflege verbessert, obwohl wir Schwestern es ja besser wissen.

Zuerst veröffentlicht am 27.05.2012 um 11:29