And now for something completely different…

Ich möchte hier natürlich nicht nur über Sport schreiben, sondern hin und wieder auch etwas anderes erzählen können. An Geschichten dafür mangelt es nicht in Anbetracht der Tatsache, dass ich ein halbes Jahr in China gelebt habe und kein Wort darüber gebloggt habe. Genau genommen – lange gar nicht gebloggt habe.

Deswegen wird es in diesem Artikel um China gehen. Und ganz nebenbei ist das auch noch wichtig um meine Sportgeschichte weiterzuerzählen.

Das Thema wird das weibliche Schönheitsideal in China sein. Nun weiß ich natürlich, dass darüber schon viel geschrieben wurde. Googel weiß Rat wenn man Informationen darüber sucht. Aber für mich ist das etwas vollkommen anderes. Denn ich habe es live gesehen. Und dann ist das für einen selbst natürlich etwas vollkommen anderes und aus einem vor Exotik strotzenden kurzweiligen Vortrag wird gelebte Erfahrung. Toll das.

Aber der Reihe nach. Wie wohl die meisten wissen werden, geht das Schönheitsideal in China sehr in eine westliche Richtung. Die Chinesen wollen angeblich so aussehen wie „Westler“. Das stimmt eigentlich gar nicht. Die Chinesen mögen vieles am Westen und kopieren auch vieles. Aber das Äußere nun nicht gerade. Besser gesagt: sie nehmen sich ein bisschen was vom Westen und machen etwas ganz Chinesisches draus. Wie das Chinesen halt so zu tun pflegen. Vom „Westen“ haben sie den hohen Nasenrücken und die großen Augen übernommen.

Double Eyelid Tapes

Dazu muss man wissen, dass die chinesischen Frauen sehr viel für ihr Äußeres tun in gewisser Hinsicht. Sie benutzen zwar deutlich weniger Make-up als westliche Frauen (die meisten jedenfalls) aber sie stellen andere Sachen mit sich an und das mutet zuweilen etwas bizarr an. Die Chinesen haben ja ein Mono-Eyelid. lso sie haben keine doppelte Lidfalte. Nun kommt es dabei auch darauf an aus welcher Gegend in China man kommt. Es gibt durchaus Chinesen die ein Double-Eyelid haben und daher als attraktiv gelten.

Alle anderen die nicht mit der Gnade der Geburt in diesen Gegenden gesegnet sind können sich ein Doppellid dadurch zaubern, dass sie so einen Move mit ihrem Lid machen. Ich kann das schlecht beschreiben und schon gar nicht ausführen aber es ist eine einzige Bewegung und, schwupps, haben sie eine doppelte Lidfalte. Allerdings ist das nur von kurzer Dauer. Sobald diejenige zwinkern muss, ist der Zauber auch schon vorbei. Um ihn aber etwas länger zu erhalten benutzen die Chinesinnen DOuble Eyelid Tapes. Damit kleben sie sich die Augenlider fest. Es gibt Drogerien die ganze Regalreihen mit diesen Teilen füllen. Leider habe ich meine Fotos dieser Regalreihen verbaddelt (wie man hier so schön sagt).

Aber das ist natürlich nicht das einzige Kuriosum. Die Chinesen (die sich selbst als gelb bezeichnen) möchten gerne weiß sein. Das ist so etwas was ich wohl nie begreifen werde. Denn natürlich sind Chinesen nicht wirklich gelb. Das kommt noch aus einer Zeit wo man Asiaten nur aus Erzählungen von Abenteurern kannte aber selbst nie einen gesehen hat. Nun kommt es natürlich auch wieder darauf an aus welcher Gegend in China man kommt aber die meisten Chinesen sind weiß. Punkt aus. Die sind weißer als ich. Die sind weißer als Du. Aber das Schönheitsideal geht zu weißer als weiß. Deswegen laufen die ständig mit Sonnenschirmen rum. Selbst wenn sie nur 3 Meter über die Straße gelaufen sind in ein anderes Uni-Gebäude. Nie ohne Sonnenschirm. Beim Autofahren tragen die Frauen Stulpen an den Armen weil die Unterarme sonst braun werden. Und sie benutzen Gesichtsmasken.

Kleine Anekdote hier am Rande: Ich wusste das anfangs ja nicht. Dann fragte mich eine Chinesin ob ich auch so eine Maske benutzen würde. Ich fragte sie was sie denn meine. Und sie meinte was für eine Gummimaske ich benutzen würde. Diese Gummimaske die ich nachts immer heimlich tragen würde. Ich habe ihr gesagt, dass sie mich defintiv verwechseln würde und habe sie schon für etwas creepy gehalten. Erst als mich noch mehr Chinesinnen nach diesen Masken gefragt haben habe ich das gecheckt

Ob die Masken helfen konnte mir keine einzige Chinesin mit „Ja“ beantworten aber sie hoffen es halt. Es geht dabei um diese Tuchmasken wie es sie hier zum Beispiel von Garnier gibt. Nur das man sich hier nicht die Haut bleichen will.

Die Frauen tragen zum großen Teil auch im Hochsommer (wir reden hier von einer subtropischen Gegend) langärmelige dicke Pullis um ihre Haut nur nicht der Sonne auszusetzen. Wenn man ihnen sagt, dass diese Aktionen vollkommen sinnlos sind da diese wunderschöne weiße Haut ja keiner zu Gesicht bekommt, kichern sie nur. Ich wurde ausgelacht als ich erzählt habe, dass es hier Solarien gibt wo die Frauen Geld lassen um gebräunt auszusehen. Die dachten das wäre ein Witz.

Challenges

Collarbone-Challenge

Collarbone-Challenge

Die Chinesinnen haben ein Schönheitsideal, dass ihnen vorschreibt dünn zu sein to say the least. Ich meine nicht schlank. Das haben wir hier ja auch. Ich meine spindeldürr. Jemand wie ich, also jemand der hier als schlank gilt, ist dort schon mollig. Wenn überhaupt. Dafür denken die sich so ein paar nette kleine Challenges aus. Eine sieht man hier auf dem Bild. Die Collarbone-Challenge. Wenn die Münzen auf den Schlüsselbeinen liegen bleiben ist man schlank genug. Oder ist man das wirklich? Vielleicht auch doch nicht wenn man bei den anderen Challenges so durchfällt.

A4-Challenge

A4-Challenge

Eine andere Challenge ist die A4-Challenge. Was hier auf dem Bild so aussieht als ob Sportlerinnen ihre Urkunden in den Händen halten ist in Wahrheit der Beweis das sie dem Schönheitsideal entsprechen. Wenn die Taille schmaler ist als ein A4-Blatt hochkant dann hat man die Challenge gewonnen.

Iphone 6-Challenge

I-Phone 6-Challenge

Eine weitere Challenge ist die Iphone 6-Challenge. Wenn man sich ein Iphone (natürlich, was sonst?) auf die zusammengepressten Knie legt und das I-Phone an beiden Enden übersteht hat man auch diese Challenge gewonnen. Wie man auf dem Bild sieht, sehen die Beine zwar schon aus wie die von einer Essgestörten. Aber leider steht das I-Phone nicht über.

Ich kann nicht zählen wieviele Frauen ich in der Mensa beoabchtet habe wie sie sich was zu essen holen und nach drei Bissen einen fast vollen Teller wieder abgegeben haben.

Die Zahl derjenigen die in China eine Essstörung haben ist hoch. Aber das Bewusstsein leider nicht. Natürlich kennt man auch in China Essstörungen aber was will man erwarten von einer Gesellschaft wo das Krankhafte Ideal ist. Das war jedenfalls der Stand als ich dort war. Was sie heute so für Wettbewerbe starten um dünner und dünner zu werden weiß ich nicht.

Aber zum kopfschütteln war es allemal. Man hört hin und wieder das es in China zunehmend ein Problem mit Übergewicht gibt. Und ja, ich habe auch übergewichtige Menschen gesehen. Aber die kann ich an einer Hand abzählen. Die meisten sind dünn. Das liegt natürlich auch an deren Stoffwechsel. An der Ernährung kann es jedenfalls nicht liegen – die ist überwiegend sehr ungesund.

Und so kriege ich an dieser Stelle wieder die Kurve zum Sport. Denn da die Chinesinnen sehr dünn, ja dürr, sein wollen wollen sie auch nicht definiert aussehen. Während es hier von Frauen angestrebt wird „toned“ auszusehen, also eine leichte Definition zu haben, gilt das dort als gar nicht attraktiv. Das wäre ja ein „Mehr“ am Körper und nicht das angestrebte „Weniger“. Soviel dazu.

Damit man auch wirklich aussieht wie die Frauen in den Magazinen gibt es Apps wie „Meitu“. Dort kann man sich große Augen, ein spitzes Kinn, rosigere Lippen, weißere Haut und so weiter machen lassen. Je nachdem wie man die App einstellt sieht man dann als Westler, gerade um die Augen, aus wie ein Alien. Weil so riesengroße Mangaaugen halt komisch aussehen in echt. Die beiden Bilder zeigen eine Studentin einmal bei minimalster Einstellung (also Schönheitskorrektur) und einmal bei mittlerer Stufe. Das sieht nicht einmal aus wie dieselbe Frau. Jetzt habt ihr alle Informationen die nötig sind um mir weiter auf meiner Fitness-Journey zu folgen. Wahrscheinlich sogar ein paar mehr. Nächstes Mal geht es dann wieder um Muschi-Sport.

Sarah’s Hochzeit

Ich habe einfach einmal versucht ein paar der Dublin-Bilder zu bearbeiten und zu einem Album zusammenzustellen. Das Auf das Ergebnis bin ich schon ein bisschen stolz, muss ich sagen…

Sarah's Wedding

Leider funzt das bei WordPress nicht so gut. Deswegen einfach ein Bild klicken und anschauen. Das war mein erster Versuch eine Story bei Photobucket zu erstellen.

Keyrings

Meine kleine aber feine Sammlung von Devotionalien der Orte die ich bis jetzt besucht habe. (Natürlich zählen nur größere Orte. )

Es werden in den kommenden Jahren hoffentlich noch viele dazukommen.
Vielleicht kann ich irgendwann ein Foto online stellen auf dem man nicht einmal mehr die Ortsnamen lesen kann weil die Anhänger von so weit weg fotografiert wurden um alle drauf zu bekommen.

Heidelberg

Wir sind heute spontan, also seit gestern geplant, nach Heidelberg gefahren.

Das Schloss dort ist wirklich klasse. Ich musste mich schon zusammenreißen nicht auf dem Weg dorthin ständig die Häuser am Wegesrand zu knipsen. In dem Viertel in dem das Schloss steht stehen wunderschöne Häuser. Es ist unglaublich. Die Wintergärten, die Fensterornamente, die alten Türen und überhaupt. Es war ein Paradies für mich. Kleine enge Gässchen führen zum Schloss, und zwar ziemlich steil bergan.
Und im Winter gibt es keinen Streudienst. Also definitv kein Hauptwohnsitz, sondern eher ein Sommerhaus.

Das Schloss selbst ist seltsam. Es ist in Teilen wahnsinnig gut erhalten. Kein Kratzer zu sehen, und teilweise noch mit Originalfarbe. Und dann gibt es da Teile die komplett abgebrochen und zerstört sind. Am tollsten ist wohl der Turm bei dem man in die Zimmer gucken kann weil eine komplette Wand abgestürzt ist.

Natürlich wurde, wie in jeder Großstadt, ein Magnet und ein Schlüsselanhänger gekauft. ich habe inzwischen schon eine kleine Sammlung. Da fällt mir ein, die könnte ich ja mal fotografieren und hier einstellen.

Lustig waren noch die Restaurants beim Schloss. Überall um das Schloss herum, und auch im Schlosshof selbst gibt es Restaurants. Das sieht man allerdings nicht wenn man im Schloss ankommt. Man sieht nur eine Würstchenbude. Und weil jeder glaubt, dass sei alles was es zu babbeln gibt, holt sich jeder eine Rostbratwurst, statt ordentlich einzukehren. Meine Güte, was der Würstchenstand für Kohle macht. Der Besitzer kann sich sicher so ein tolles Haus im Schlossviertel leisten.

Bookshop X

Heute waren wir im Kloster Wiblingen. Und obwohl es dort keinen Buchladen gibt, wie der Titel vermuten lässt, hat die Bibliothek doch verdient hier einmal abgebildet zu werden.
Es war wirklich traumhaft schön. So stellt man sich eine Bibliothek vor.

Kloster Wiblingen

Kloster Wiblingen

Kloster Wiblingen

Der Mercedes der neuen Generation

Kürzlich waren wir hier in Stuggi im Mercedes-Museum. Und dort habe ich mich einfach so umgedreht und doch tatsächlich mein Traumauto gefunden. Leider war es nur ein Prototyp, der nie Serienreife erlangte. Aber ich fand es einfach so spannend, zu sehen was man alles so machen kann bei heutigen Autos. Und wie rückständig es doch ist, immer anzunehmen dass ein Auto ein Lenkrad braucht.

Traumauto von oben

Auf jeden Fall habe ich festgestellt dass ich Autos mit Himmel schön finde. Ich habe keine Ahnung wie das richtig heißt, ich meine jedenfalls diese Glasdächer die sich fast über das ganze Dach ziehen. Das kommt wahrscheinlich von meiner frühen Fixierung auf Cabrios.

Joysticksteuerung

Die Steuerung funktioniert über zwei „Joysticks“, die in der Mittelkonsole und in der Außentür angebracht sind. Das würde ich ja echt gerne mal ausprobieren. Wie sich das wohl fährt? Sicher total beschissen – am Anfang.
Das hätten sie ruhig etwas weiter verfolgen können, die Herren von Mercedes. Nur weil die Herren mit Hut und umhäkelter Klorolle im Heckfenster das nicht annehmen, heißt das nicht dass es nicht gut ist.

Düdeldü

Burg Hohenzollern

Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern wurde unser letztes Ziel.

Brennender Bus

Natürlich nicht ohne dass unser Chaosteam den Bus abgefackelt hat.
Nachweisen kann uns keiner was. Das lief eher über die telepathische Schiene. Der Bus hatte die ganze Zeit über besorgniserrgende Schwierigkeiten den Berg hochzukommen. Und plötzlich fuhr er ungebremst rückwärts. Wir haben es alle überlebt.

Eines sollten Buskonstrukteure aber demnächst bedenken:
Wenn die Türen, inklusive Nottür, auf einer Seite des Busses angebracht sind, und diese Seite genau an der Leitplanke steht, dann helfen diese Nottüren nicht mehr.

Das Schloss war echt ganz schön. Die Führung kann ich aber nicht empfehlen. Sehr penetrante Person, war das. Und die Fakten waren leider auch nicht alle richtig. Mein Honigapfel ist nur nicht so ein Klugscheißer wie ich es wäre. Er hat sie nicht darauf hingewiesen.

Königreich Preussen

Was habe ich gelernt? Burg Hohenzollern ist das Stammschloß der Hohenzollern, also der preußischen Könige. Und das aktuelle Familienoberhaupt Georg Friedrich wollte eigentlich gar nicht Familienoberhaupt werden. Da alle älteren Thronprädenten aber bürgerliche Katholikinnen (das Wort sieht seltsam aus? Hat noch nie jemand über weibliche Katholiken geschrieben?) geheiratet haben, haben sie ihre Ansprüche verloren.
Wir haben uns eine schöne preußische Fahne gekauft und werden sie hissen in unserem neuen Heim – in Kanada.

Zuerst veröffentlicht am: Ja, tatsächlich heute. Ich habe endlich alles übertragen. Meinen alten Blog, den ich seit Heiligabend 2005 führe lasse ich zurück und damit auch
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