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Vergangenes Jahr, als ich anfing mich für das Thema zu interessieren, hätte ich nicht zu hoffen gewagt dass ich hier landen würde. Keiner hätte es erwartet, am wenigsten ich selbst. Aber nun ist es doch so weit. Es hat alles geklappt wie ich mir das gewünscht habe. Sie hat mich gefragt und ich hab ja gesagt. Einfach so. Ich habe nicht einmal damit gerechnet. Zumindest noch nicht. Ich war noch gar nicht genug vorbereitet. Obwohl man das wohl nie sein kann.
Vor einem Jahr nämlich, habe ich beschlossen kein Versager mehr zu sein. Ich habe beschlossen dass ich mir helfen lassen würde. Nicht nur weil ich Frauen wie sie abschleppen wollte. Nein, ich tat es auch für mich. Und meine das nicht so, wie es die wimmernden, von Selbsthass zerfressenen Weiber vor einer Schönheits-OP sagen. Ich tue es wirklich für mich.
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Ich sah keinen Sinn in meinem Leben. Ich sah keinen Sinn mehr darin jeden Tag zur Arbeit zu rennen, und nachmittags vor der Glotze zu verbringen. Und ich war es leid immer der emotionale Mülleimer zu sein. Ich war „ein guter Kumpel“. Könnt ihr euch das vorstellen? Nein, natürlich könnt ihr das nicht.
Aber ich sage euch was es bedeutet. Das bedeutet das ich nett bin, aber leicht unfickbar. Das bedeutet es.
Aber ich habe mir Bücher besorgt. Bücher die mir helfen sollten., und sie haben geholfen. Ich habe mit Psychologen geredet, und ich habe mich mit Beratern umgeben. Und das alles trägt jetzt Früchte.
Ich wusste genau was zu tun war. Das Geld dazu, es zu tun, war auch da. Es konnte losgehen.

Ich weiß jetzt wie ich mich anziehen muss. Es gibt einen Mann der mir das sagt. Ich hatte vorher nie ein Gefühl dafür ob ein Anzug richtig passt oder nicht. Jetzt übernimmt einer dieses Gefühl für mich. Ja, ich muss zugeben ich fühle mich schon etwas cleverer als die anderen. Das soll nicht überheblich klingen. Aber ich habe das Gefühl das ich eine einfache Idee hatte, die funktioniert und auf die noch keiner vor mir gekommen ist.
Mein Therapeut hat mir beigebracht mit man mit einer Lady redet. Und nicht nur mit denen. Das Geheimnis ist das Zählen. Ja genau, einfaches Zählen. Wenn man den Gesprächspartner Zwei Drittel der Gesprächszeit anschaut wirkt man aggressiv , bei einem Drittel allerdings unehrlich. Also habe ich mir angewöhnt bis 5 zu zählen und sie dabei anzuschauen, und danach ebenfalls 5 Sekunden wegzuschauen.

Ich habe sofort gemerkt dass das viel besser ankam. Früher hab ich mich ja kaum getraut meiner Familie in die Augen zu schauen. Ich war einfach unsicher. Aber mit diesen ganzen Regeln ist kein Platz für Unsicherheit. Ich weiß was von mir erwartet wird. Ich kenne die Regeln. Und das macht einen Gewinner aus. Er weiß wie es läuft.
Ich habe einen Mann engagiert der schon das Wohnzimmer von Sean Connery eingerichtet hat. Schließlich will man den Damen auch zu Hause etwas bieten. Keine Frau denkt auch nur eine Sekunde darüber nach, die Türschwelle zu passieren wenn das Interieur nicht ansprechend ist.
Alles ist nach Feng Shui ausgerichtet (man weiß ja nie was für Spleens manche Frauen haben). Und das Essen im Kühlschrank ist vorsichtshalber rein vegetarisch gehalten. Ansonsten aber alles vom Feinsten. Die teuersten Stoffe aus Italien und Japan. Und ich habe gelernt an diesem Luxus vorbeizuschreiten als ob er mich gar nicht interessieren würde.

Meine Zahnbürste befindet sich natürlich hinter dem Badezimmerspiegel – der abgeschlossen ist. Vor dem Spiegel steht eine fabrikneue Zahnbürste in einem blitzenden Glas. Alles wurde noch nie benutzt, und das soll auch so bleiben. Eine Toilette habe ich notfalls auch im Keller.
Ich habe an alles gedacht. Nun ja, andere haben an alles gedacht. Meine Zähne sind gebleicht, und ich habe jetzt, nach 20 Jahren, das erste Mal einen anderen Haarschnitt als den altmodischen Igel den mir meine Mutter immer geschnitten hat. Gott hab sie selig, aber von Stil hatte sie keine Ahnung.
Ein Jahr lang habe ich mir mein Übergewicht abtrainiert. Ich war nie fett. Aber ich hatte die Figur eines Mannes der den ganzen Tag vor dem Computer hockte und aß bei gleichzeitigem Bewegungsmangel. Und nach einem Jahr war die Verwandlung beendet. Ich brauchte keine OP, nur jemand der zeigt wo es langging.
Ich war schlank, ich hatte eine Wohnung mit Stil und das galt für meine Kleidung nicht minder. Die Frauen lagen mir nicht zu Füßen aber sie beachteten mich und gingen nicht mehr achtlos an mir vorüber. Ich brauchte mir nur eine aussuchen. Ich wusste wer ich war, und ich wusste wie ich das rüberbringe. Irgendeine musste doch anbeißen.
Das kann ich natürlich nicht laut sagen. Von einem attraktiven Mann wird erwartet dass er vortäuscht jede gehabt zu haben. Und er musste so rüberkommen dass man ihm das auch sofort abnahm. So dass er es gar nicht zu sagen brauchte. Ich hatte es vor dem Spiegel geübt. Ich gebe zu, ich kam mir manchmal etwas vor wie Adolf Hitler. Ich hatte geübt wie ich den Mund zu einem überlegenen Lächeln verzog wenn ich eine Frau um etwas bat. Denn das wollten Frauen. Sie wollten dass man überlegen war. Frauen möchten nichts anderes als einen Beschützer. Sie wollen jemanden der auch sehr gut ohne sie leben könnte. Auch diese Weisheit hatte ich von meinem Psychologen. Obgleich ich diese nicht einzuordnen wusste. Entsprang sie der verklärten natürlichen Verbitterung meines Therapeuten, der wie jeder New Yorker unter unzähligen Neurosen litt, oder war es eine Weisheit aus einem Buch, die er mir als Wissenschaft zu verkaufen suchte.
Mir war es egal. Es wirkte. Und das war alles was ich wissen musste. Natürlich könnte man sagen, es sei dir neue Selbstsicherheit die auf die Ladies wirkte. Es war der aufrechte Gang und der stolze Ausdruck der sich ganz von allein einstellte. Aber daran glaube ich einfach nicht. Ich glaube daran dass ich mein Geld gut angelegt habe. Ich glaube dass nur diese fremden Männer das aus mir gemacht hatten was ich heute bin. Und nun bin ich zu ihnen geworden. Ich bin die perfekte Mischung.
Und nun ist es soweit dass ich das große Ziel in greifbarer Nähe habe. Denn eine hat mir immer ganz besonders gefallen. Nicht was ihr denkt. Ich habe sie früher nicht heimlich angeschmachtet, hinter meinem Computer hockend, während sie anmutig an mir vorbei schritt. Ich habe sie nicht mal besonders wahrgenommen. Aber als ich mich „veränderte“ hat sie mich wahrgenommen. Sie ist schön und sie hat mäßigen Erfolg im Beruf. Eine Frau sollte nicht zu erfolgreich sein. Da bekommt sie früher Falten. Und ich machte ihr den Hof. Nur unauffällig. Immer gerade so dass sie nicht wusste woran sie war. Schließlich habe ich noch Zeit gebraucht mich zu perfektionieren. Heute aber hat sie mich gefragt. Sie hat die Initiative ergriffen und mich einfach zum Kaffee eingeladen. Ich sagte ja, wohlwissend das es an mir was sie einzuladen. Was war schon dabei? Danach wartete noch eine tolle Wohnung auf uns. Eine moderne Wohnung, die immer sauber war. Sie würde es lieben. Und wahrscheinlich würde sie sogar mich lieben. Wenn ich dieses Parfum von Max auftrug, das mit Lockstoffen versetzt war konnte sie mir nicht widerstehen. Das verdammte Zeug kostete ein kleines Vermögen, es musste also halten was es versprach.

In der Theorie funktionierte das ganz prima. Alles war bereit für eine Frau. Meine Sinne waren nur auf das schönere Geschlecht geschärft. In der Praxis allerdings wartete ich jetzt bereits eine halbe Stunde auf dieses Flittchen. Eine halbe Stunde. Es war nicht davon auszugehen dass sie mich sitzen ließ. Aber wer glaubte sie wer sie war. Mich ließ man nicht sitzen. Viele Frauen würden gerne mit einem Mann wie mir ausgehen. Und dieses Miststück ließ mich sitzen.
Nicht dass es so schade darum gewesen wäre. Wie gesagt war sie nicht so schön dass sie mich von Anfang an gereizt hätte. Aber das gehörte sich nicht. Abgesehen davon konnte die Schlampe froh sein, dass ein Mann wie ich mich für sie interessierte. Aber das hatte sich mit dieser halben Stunde natürlich erledigt.
Von ferne sah ich sie winken. Sie stackste mit ihren blauen Highheels über die stark befahrene Straße. Insgeheim wünschte ich mir jetzt schon dass irgendein 17-Tonner sie überfahren würde. Mit einem entschuldigenden Lächeln auf den Lippen erreichte sie die andere Straßenseite und kam auf mich zu. Seit sie den sicheren Fußweg erreicht hatte wurde ihr Gang etwas lasziver was mich schon wieder anmachte. Vielleicht sollte ich ihr die halbe Stunde doch verzeihen dachte ich bei mir. Als Mann von Welt sollte man Großmut zeigen. Sie murmelte etwas vom dichten Verkehrt. Es war wohl eine Entschuldigung für ihr verspätetes Kommen. Aber das perlte ungehört an meinen Ohren ab. Es interessierte mich gar nicht. Ich umfasste ihre Taille, und schätzte ihre Größe auf 34. Sie war sehr schlank, und hatte dabei trotzdem einen großen Busen. Körbchengröße D hätte ich geschätzt.
Während ich ihr die Tür aufhielt, stellte ich mir vor wie ich nachher mein Sperma über ihren Brüsten verteilen würde. Ein Lächeln flog über mein Gesicht.

52

Und wie ich hier in meiner heiligen Küche sitze sehe ich meine Offenbarung. Meine Augen fliegen darüber als würden die Buchstaben von hinten nach vorne vernichtet und ich müsste sie noch schnellstens erhaschen und gefangen halten in meinem Kopf. Man kann ja nie wissen wem man sie mal wiedergeben muss, wenn die Erde am Rande eines atomaren Superschlages fast vollkommen vernichtet ist. Dann ist es doch gut, die Offenbarung bei sich zu tragen und wiedergeben zu können. Wenn schon die Front so gar nicht hart ist, und sich falten und knicken lässt und sich schäbig machen lässt wie bei den Leseratten in den amerikanischen TV-Serien dann fühlt man sich sofort inspiriert drauf loszulesen. Und wenn man sieht wie weit man kam, und damit prahlen kann nicht mehr auf der ersten Seite zu sein, dann hat man schon alles was man wollte. Schon im Kindergarten war es doch wirklich wunderbar wenn die alte Dame kam, und um uns Geschichten vorzulesen, das Buch in der Mitte aufschlug. Ein Buch bestand nur aus einer Mitte.

Und was könnte besser zu einem abgegriffenen Buch passen als eine Küche als Leseort, in der kein Möbel zum anderen passt. Ja, die Klasse der 68er.
Und wenn die Wörter einen so tief erreichen das man glaubt jemand würde einem glauben. Und wenn man die Geschichte so ungewöhnlich liest dass selbst ein normales Schicksal zum Hafen wird, dann hat man es geschafft. Leider sind gerade diese Wunder mit hässlichen Titeln versehen. Gute Autoren haben kein Händchen für so etwas.

Der Teekessel pfeift und warnt mich, meine Lektüre kurz beiseite zu legen, obwohl er doch genau weiß dass ich nicht kann. Ja der Teekessel gehört in eine angehende Hippieküche wie ein VW-Bus zur ganzen Bewegung.
Mich befriedigt das alles. Mich befriedigt der Blick auf die Anzahl meiner prächtigen Kinder die auf dem Schrank lauern – manche lauern darauf dass ich sie zum ersten Mal anschaue. Aber zunächst genügt eines. Und jedes Buch dass ich verschlinge macht mich zwar nicht klüger aber liebenswerter ohne Grenzen. So dass man gar nicht sagen kann was man alles geben möchte. Das macht jedes einzelne Buch.
Und sowieso denkt sich jeder dabei schon bekannte Sachen oder Umstände. Das eigene Haus, das einer befreundeten Familie oder der örtliche Friedhof. Denn wer kann sich schon ganz neues ausdenken. Und davon leben Bücher.
Sie leben von dem Umstand dass wir alles schon kennen was in ihnen steht und nur vergessen haben was wir nicht mehr wissen wollten damit Platz ist für Dinge die wir einst für erstrebenswert hielten wie den goldenen Westen.
Der goldene Westen mit seinen goldenen Büchern, von welchen ich gerade eines lese. Und die goldenen Vögel fliegen durch meine gülden schimmernde Küche und versuchen mich an meinen Haaren zu ziehen auf dass ich zum Fenster komme und mir den goldverfärbten Himmel anschaue.
Nur weil heute ein Tag ist, der nicht gestern ist. Ich schaue auf meinen Küchentisch. Der Teekessel pfeift immer noch und ich habe die Mitte erreicht. Aber die Offenbarung ist noch nicht vorüber. Auf dass ich im Bunker alles erzählen kann.

Die Geschichte einer Schere

Ich habe diese Schere schon seit so vielen Jahren. Ja, ich hätte euch gerne meine über alles geliebte Bastelschere mit dem türkisen Griff gezeigt mit dem weichen Plaste, aber die war eines Tages verschwunden und ich musste mir eine Neue suchen.

So ganz ohne Schere lässt sich ja nicht leben. Also sollte es diese werden, und ich möchte euch ihre Geschichte erzählen. Sie kam zu mir in der 9. oder 10. Klasse. Es ist also schon etwas länger her.
Sie kam nicht ganz neu zu mir. Um genau zu sein war es eine Second-Hand-Schere von meiner Schwester. Ich wusste was man über geschiedene Leute sagt aber es war mir egal. Ich brauchte eine Schere und sie sollte es sein.

Ich musste etwas für die Schule basteln und meine war erst kurze Zeit zuvor verschwunden. Für immer verschwunden – aber das wusste ich damals noch nicht. Ich sehnte mich nach dem verlorenen Gut aber was half es. Ich musste mich doch in mein Schucksal fügen. Und so ließ ich mich vom rot glänzenden PVC bezirzen.

Viele Jahre hindurch umfasste ich diesen Griff mit schweißigen Händen und viele Jahre mussten sich die scharfen Klingen durch Klebstoff mit Papier schneiden. Über die Jahre nutzte sie sich ab. Aber immer ohne ihre bezaubernde Funktionalität zu verlieren.

Wie oft warst du in anderen Händen, mein kleines Goldstück. Wie oft haben andere die Ihren vergessen. Aber du warst immer da und jeder wusste es.

Letzte Woche erst musstets du dich durch eine Cola-Flasche schneiden und hast deinem Peiniger in den Daumen geschnitten. Wie sehr musstets du mit dir schimpfen lassen aber ich lächelte hemlich und stolz. Und wie bewundert haben dich alle als du dich am Freitag durch ein Herz schneiden musstest. Ob Schweineherz, ob Ziegenherz du hast sie alle bewältigt.
Und die Welt im Klassenraum schaute allein auf dich. Und ich in der letzten Reihe, deine stolze Besitzerin die dich anfangs so stiefmütterlich behandelte.
Ja ich gestehe es, ich denke noch immer mit wehmütigen Sinnen an meine geliebte Schere der ersten Klasse mit dem glänzenden türkisen Griff, der in meinen Gedanken immer noch mehr glänzt als deiner.

Aber deine Dienste werde ich dir nie vergessen. Du gehörst, obwohl eigentlich nur von meiner Schwester entliehen, schon seit vielen Jahren in Wirklichkeit mir. Es ist nicht offiziell aber eine geheime Absprache zwischen mir und deinen geschwungenen Rundungen.

Und das bist du treuer Engel.

50

Jeden Tag, aber auch wirklich jeden, das selbe Schauspiel. Unsere Kleine kam herein. Die Tür stand wie immer offen, und alle schmatzen laut ihr Kantinenessen und bemerkten meist nicht einmal dass sie den Raum betreten hatte. Aber sobald sie es merkten, drehten sich alle Köpfe zu ihr. Sie war nicht so besonders schön. Sie sah eher aus, wie eine Bürokauffrau eben aussieht. Alles an ihr war normal. Sie selbst war außergewöhnlich. Aber ihre Haut sah normal aus, ihre Kleidung sah normal aus, sie fuhr ein normales Auto, lebte in einer normal großen Wohnung, ihr Haar war normal strukturiert, die trug normales Parfum, und selbst ihre Atmung war normal. Aber irgendetwas musste sie wohl an sich haben, dass jeden Tag der Typ aus der Finanzbuchhaltung in Aktion trat. Es beginnt jedes Mal damit dass er zu ihr blinzelt, dann rückt er schon langsam seinen Stuhl in unsere Richtung, um dann abrupt aufzustehen und auf uns zuzusteuern.
Er fragt sie jeden Tag aufs neue, ob er mit ihr mal weggehen würde. Und sie sagt jedes Mal auf diese unheimliche kühle Art „Nein“ das man fast Angst vor ihr bekommt. Danach verlässt sie den Raum.
Eigentlich hat er Glück, denn „dieses Spiel“ überlebt selten ein Mann. Er hat Glück nicht durch ihre abendliche Gesellschaft bezirzt zu werden und am nächsten Morgen verliebt allein aufzuwachen. Die Neuen die am Tisch nebenan sitzen schauen schon sehr verdutzt. Aber auch sie werden sich bald an das tägliche Schauspiel gewöhnt haben. Aber wir können sie ja einfach fragen:

Wie fandet ihr das gerade?

Wow, der arme Junge. So eine Abfuhr wünscht man wirklich keinem. Obwohl ich ihn schon verstehe, und ich glaube ich spreche da auch im Namen der Anderen, dass er dieses Mädchen so toll findet. Sie hat schon irgendetwas. Es ist nicht ihre Schönheit. Sie sieht ja eher normal aus, aber irgendetwas in ihrer Ausstrahlung – sie hat einfach ein ganz besonderes Gesicht. Das sieht man gleich.
Aber wenn irgendjemand vorher Mut gehabt hätte, dann hätte er ihn jetzt verloren. Zu dumm dass sie ihn vor allen hat abblitzen lassen.
(Überlegung) :Obwohl es vielleicht auch an ihm lag. Hätte ich oder einer meiner Kumpels gefragt, naja … vielleicht hätte sie ja zugesagt. Wer weiß?

Wir wissen es… sag es ihnen….

Naja ich muss schon zugeben dass mir seine Aufmerksamkeit ziemlich gut gefällt. Aber ich weiß nicht… so im Betrieb. Wenn ich erst mal „die Nummer“ mit ihm abgezogen habe, dann kann ich auch nichts mehr ändern. Und unserer kollegialen Verbindung ist das auch nicht gerade zuträglich.
Es nervt mich auch nicht dass er jeden Tag fragt. Ich komme aber schon gar nicht mehr zum Essen runter. Ich will lediglich meine Unterschriften, damit die Anträge endlich raus können.
Tja, aber es ist auch wirklich seine Entscheidung. Heute waren ja schon wieder Neue da, die sich das ganze zum ersten Mal angeschaut haben. Die Armen werden sich noch wundern. Aber solange sie dabei still dasitzen und sich nicht einklinken, können sie das auch.

Wenn ich „Nein“ sag bleibt das vielleicht noch länger so, also dass er mich fragt….
Auch eine nette Bestätigung.

Also?

Ach so ist das! Na dann nehm ich zurück was ich gesagt hab. Typisch Weiber!

39/4

So, ich denke das wird der letzte Teil den ich als Ausschnitt aus einem anderen Roman von mir hier reinstelle….
Wer die Zusammenhänge schon erkennt, bekommt nen Super-Sonder-Preis…..ein Glas Marmelade oder so…..{Emotic(wink2)}

Und übrigens auch das erste Mal dass ich die Weiterlesen-Funktion benutze….

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Die Namenlose hatte sich die Welt nicht so vorgestellt. Das heißt, eigentlich hatte sie sich in ihrem Kopf so eine Welt genauso vorgestellt wie sie jetzt vor ihr lag. Doch sie konnte sich gleichzeitig nicht vorstellen, dass sie tatsächlich so war. Der Himmel war voll von schwarzem Rauch über dem sich ein Himmel spannte, dessen Ecken nicht mehr eingehakt waren. Sie flatterten nur so lose dahin. Die Bewegung der Wolken aber, ließ ihn ganz ruhig scheinen. Knochenreste lagen vor der Namenlosen. Sie dörrten vor sich hin. Und keiner zerfiel, weil die Trockenheit, welche die Erde aufriss ihnen nicht die Möglichkeit gab. Sie stand, und ihre Kutte wehte und legte ihre Haut frei. Der Wind kam von den Feuern, aber er war eisig kalt. Er fuhr ihr in jede Körperzelle um dort sein Eis zu streuen.
Sie drückte ihre Kutte zu, und kam sich vor in einer surrealen Welt. Einer Welt eben, in der die Feuer zwar brannten aber die Luft aus Schnee war.
Sie lief weiter in die Welt. Und der harte Wind schlug ihr gegen den Kopf und versuchte sie anzufassen. Nur noch zum Feuer, und dort mussten sie alle sein. Alles Große was sie suchte ging immer und immer zum Feuer.
Sie zog ihre Kapuze ganz tief ins Gesicht und lief über die rissige Erde die ihre Füße schollt und sie blutig machte. Aber die Schmerzen gingen an ihr vorbei. Sie nahm gar nicht wahr, was da passierte. Sie rannte einfach weiter. Wer Langsam ist, hält ja irgendwann an.
Und das durfte sie nicht. Denn es wär ihr Tod. Sie rannte so schnell sie konnte mit dem Wind, gegen den Wind. Aber es würde wohl nichts bringen. Sie kam lebend, aber ihr war doch eigentlich immer bewusst dass sie dieses Leben wohl lassen musste. Alles Größere verlangte ein Opfer. So war es doch immer. Als sich die Erkenntnis aus ihrem Versteck an ihren vordersten Stirnlappen drückte, kamen ihr unweigerlich die Tränen.
Sie flogen perlend an ihren Haaren vorbei die aus der Kapuze ragten und ihren Bewegungen folgten. Ihre Atmung wurde hastig und weinerlich. Was konnte sie jetzt machen? Sich nur noch sterben lassen.
Das große Feuer war erreicht und die dunklen Menschen versperrten ihr den Weg. Jetzt musste sie das Opfer bringen.
Sie zog schon einmal ihr Schwert.

Der unbekannte Soldat

Guten Tag,

Ich möchte mich zunächst vorstellen. Das mache ich immer denn es schindet Eindruck da ich berühmt bin. Ich bin „der unbekannte Soldat“. Ich bin derjenige der unter dem Triumphbogen begraben liegt. Unter einer Flamme die immer brennt. Jedes Jahr am 11. September gucken sich Millionen Menschen an wie der französische Präsident vor mir kniet.

Ich selbst natürlich weiß wie ich heiße: Ich heiße August Poutain. Und bin wie ihr wahrscheinlich alle wisst schon vor vielen Jahren im ersten Weltkrieg umgekommen. Und weil dort so viele umgekommen sind, und weil meine Leiche nicht identifiziert werden kann sagen die Leute dass ich ein Symbol bin. Ein Symbol für all die toten Soldaten die für Frankreich ihr Leben ließen.

Ich war damals auf dem Gymnasium als der erste Weltkrieg begann. Und mein Abschluss war in greifbarer Nähe. Aber eigentlich standen uns mit dem Abschluß an der Grande École nicht viele Möglichkeiten offen, da Krieg war. Und unsere Lehrer ließen uns wissen wie sehr sie und alle Anderen es schätzen würden wenn wir in den Krieg ziehen würden mit all den Anderen um unseren Landsmännern gegen die Deutschen zu helfen und Helden zu werden. „Ihre Helden“ sagten sie immer.
Weil sie uns immerhin zu so tapferen Menschen erzogen.

Aber natürlich kam alles anders. Es ist fast überflüssig das zu schreiben, denn schließlich weiß ja jeder wo und wie ich gestorben bin. Naja, zumindest wie……
Ich bin kein Held geworden. Im Gegenteil ich bin ein unbekannter Soldat. Un d keine Menschenseele weiß wer ich bin. Das wäre nicht passiert wenn ich hätte weiterleben können. Da würde sich jetzt irgendwer an mich erinnern. Meine Kinder zum Beispiel.

Nachdem ich also gestorben war, durfte sich ein anderer Soldat eine Leiche aussuchen die verehrt werden sollte als nationales Denkmal. Und ich hatte wohl Glück – wenn man das so nennen kann.
Am Ende ist das aber unwichtig, da ich heute sowieso tot wäre auch wenn ich den ersten Weltkrieg überlebt hätte. Und was bedeutet schon Ruhm wenn man ihn nicht für sich verbuchen kann? Wenn niemand weiß dass du es bist der etwas geleistet hat.
Und meine Lehrer haben nach dem Krieg geschwiegen. Entweder waren sie tot. Oder sie haben ihren Stolz bereut uns in den Krieg geschickt zu haben, und für unseren Tod verantwortlich zu sein.

(Der Name ist des Soldaten ist nach wie vor unbekannt. Ich habe August Poutain gewählt. Da der Soldat der den „unbekannten Soldaten“ ausgewählt hat August Tien hieß und der große Offizier der an der Beisetzungsfeierlichkeit maßgeblich beteiligt war Poutain mit Nachnamen hieß….)

39/3

Das große Firmament öffnete sich über uns. Wir zweifelten ob wir IHN fragen mussten, um es zu betreten. Was hätten wir dann tun sollen? Wir hatten unsere Verbindung verloren. Wären wir bloß nicht diesen dummen Zwergen über den Weg gelaufen. Gott weiß was die damit anstellen konnten.
Wir alle wussten jetzt nicht so recht was zu tun war.
Wir konnten nur darauf vertrauen dass er uns sah, und schon verstand warum wir taten was wir da taten.
Unser Steuermann betrat die Wolken zuerst. Fast wäre er durchgefallen. Aber er konnte sich gerade noch halten. Es war klar dass sein Vertrauen nicht groß genug war. Wenn man das Firmament das erste Mal betrat war man mindestens so unsicher dass man bis über die Knie in den Wolken versank. Und wenn das erst einmal geschehen war, dann verlor man auch allen restlichen Mut, und versank ganz. Einige sind schon ganz durchgefallen. Das wäre ein Problem geworden, denn dann hätten wir ohne Steuermann weiterreisen müssen. Ich brauch wohl niemanden zu erklären dass wir das höchstwahrscheinlich nicht überlebt hätten.
Wir kennen den Weg doch kaum von selbst. Aber hier durch mussten wir. Egal ob jetzt mit Hilfe oder ganz allein. Hauptsache das Geheimnis kam unbeschädigt an. Unser kleines braunes Päckchen war schon jetzt nicht mehr das was es einmal war. Die Ecken, die bei unserer Sendung noch scharf waren , kamen inzwischen eher abgestumpft daher. Beinahe hätte man schon in das Innere sehen können. Aber auch nur fast. Es wird schon einen Grund haben, dass wir den Inhalt nicht kennen sollen. Und mit einem Loch im Paket wäre die Versuchung einfach zu groß gewesen.
Und wenn unser kleines Grüppchen sich hätte beherrschen können, die Zwerge konnten es nicht. Abends wenn alles eingedöst war, oder das Feuer sie nicht mehr sichtbar machte , in dem Augenblick in dem die letzten glimmenden Reste Holz zu erkalten beginnen würden, könnte man das Getrappel kleiner Füßchen hören. Es würde alles wahrscheinlich sehr schnell gehen. Und selbst wenn sie auf frischer Tat ertappt würden, so wäre es doch zu spät. Sie wüssten längst, was sie nicht wissen sollten.
Der Weg durch das Firmament würde uns aber zunächst keine Möglichkeit geben, überhaupt zu schlafen. Wir konnten uns ja nicht hinauf legen, und ernstlich einschlafen.
Wir konnten nur eines: ´hoffen dass das Firmament nicht so groß war wie es von unten immer aussah. Solange würden wir unsere Augen nicht aufhalten können.

39/2

Der Himmel verdunkelte sich. Es wurde so dunkel dass, niemand sehen konnte was am Baum vor sich ging. Die schwarze Sonne und der schwarze Mond standen gleichzeitig still. Man konnte sie sehen, denn sie beleuchteten die Erde. Was aber schwärzer war als alles andere waren die Sterne. Sie leuchteten beinahe vor Schwärze und gaben den Blick auf eine Unendlichkeit frei. Wie, wenn man beim Schaukeln, wenn die Schaukel oben angelangt ist, in den Himmel schaut. Man meint man könnte fliegen. Sie ersäuften die Erde im Schwarz. In diesem Augenblick war die Erde ein idealer schwarzer Körper. In Physik lernt man, dass es so etwas nicht gibt, aber schließlich waren wir hier auch nicht in der Menschendimension. Jedoch galt auch hier: Ein perfekter schwarzer Körper ist unsichtbar. Für Menschenaugen – und wir waren nun einmal Menschen – nicht wahrzunehmen. Glöckchen setzten wieder ein. Immer mehr und mehr, als ob alle Zwerge des Baumes alles an sich gleichzeitig bewegten. Es schwoll an zu einem riesigen Krach. Die Ohren mussten wir uns zuhalten, obgleich sie bereits bluteten. Als wir Augen und Ohren wieder öffneten, war alles wieder taghell. Die Sonne hatte noch einen leichten Schatten auf ihrem Antlitz.
Aber das war kaum zu sehen, zwischen den Ästen des riesigen Bananenbaums der nun vor uns stand. Adam schaute auf die Uhr.
„Genau 12.00. Mittags.“
Die Zwerge hatten also recht gehabt. Das konnten wir ihnen jedoch nicht mehr sagen. Da alle ruhig vor dem Baum in tiefsten, fast komatösen Schlaf gefallen sind.
Uns war nicht klar wie viele Zwerge sich im Baum versteckt hatten. Hunderte lagen soeben vor uns. Wenn nicht sogar Tausend.
Uns war nur nicht ganz klar, ob der Baum das alles allein schaffte, weil es mittags war, oder ob ER uns wieder unter die Arme griff.

48

Das Grenzland war öd und leer. Keine Menschenseele würde sich allein hier her verirren. Nur ich, ich musste mich hier entlang quälen. Unser Wagen war liegen geblieben, weil eine bestimmte Person vergessen hatte zu tanken. Nun musste jemand Benzin von der nächsten Tankstelle holen, und die Wahl fiel auf mich. Deshalb trottete ich hier ausgedurstet durch die Wüste. Die Sonne brannte auf mein dunkles Haar und hinterließ dort das Gefühl dass ein Hitzschlag mich wohl jeden Moment niederstrecken müsste. Dies geschah nicht und so ging ich immer weiter in die Richtung die mir die Anderen als Richtung zur nächsten Tankstelle auswiesen. Es sollte nur provisorisch sein, damit sie bis zur nächsten Tankstelle kamen, um dort ganz aufzutanken.
Mein Kanister kam mir endlos schwer vor. Ich schleppte ihn immer anders. Zuerst an der Seite baumeln und dann vor meinem Körper, so dass meine Beine ihn vorrantrieben. Aber nichts half. Der Kanister wurde tonnenschwer und das letzte Schild welches mir verriet dass die Grenze nur noch 2 Kilometer entfernt sei war schon viel zu lange her für mein Empfinden.
Aber die Wüste wollte kein Ende nehmen. Keine kapitalistische Anpreisung von billigem Treibstoff weit und breit. Nichts was darauf hingedeutet hätte das dies überhaupt die richtige Richtung war. Es war wie eine lange Reise über den Ozean bei der man krank wurde durch den ständigen Anblick des Wassers und die Hoffnungslosigkeit der Tatsache dass kein Land in Sicht war, nicht einmal als Punkt am Horizont. Ohne Rettung.
Und doch, von ferne sah ich etwas nahen. Es war keine Tankstelle. So viel stand fest. Dazu war es zu klein. Aber es war ein Gegenstand. Es war etwas. Es war etwas dass darauf hindeutete dass genau an dieser Stelle wo der unbekannte Gegenstand sich befand, schon einmal ein anderer Mensch gestanden hatte. Ich beeilte mich zu erkennen um was es sich handelt. Es könnte theoretisch auch nur ein großer Stein sein. Die letzte Eiszeit hatte hier zwar keine Spuren hinterlassen, aber ich musste mir doch etwas zurechtlegen. Also, nur für den Fall dass es tatsächlich nichts war was meine Situation änderte. So musste das doch wenigstens zu erklären sein. Ich lief immer zügiger, und der Kanister schlug hart gegen mein Bein. Wahrscheinlich hatte er es schon aufgerieben und ich würde es erst merken, wenn der Schweiß getrocknet war und ich wieder im Auto saß. Wenn ich wieder nörgelnd, und tief atmend im Auto saß und den Schuldigen an diesem Desaster in Ruhe dafür hassen konnte dass er selbst nicht gegangen ist. Ich näherte mich langsam. Es war nicht wie die Perspektive wenn man durch einen Raum ging. Denn da sah man wie schnell die Wände an einem vorbeizogen, und wie perspektivisch der Türrahmen war. Zumindest wenn man den Blick gehoben, und die Augen offen hielt. Nein, der Gegenstand war kein Stein. Mein Kopf erlaubte mir jetzt zu denken, dass die Steinzeit diesen Ort nie erreicht hatte.
Es war ein Schild. Und ich hatte die Angst dass auf diesem Schild stehen würde – „Zur Grenze 1 km“. Aber das geschah nicht. Es stand etwas ganz anderes darauf. Und obwohl ich es erhofft hatte, hätte mich jetzt nichts noch mehr aus der Bahn werfen können. Es war das Grenzschild. Ein Grenzschild hinter dem sich keine Tankstelle befand. Ein Grenzschild an dem es keine Grenze gab. Wieso stand in der offenen leeren Wüste so ein Schild, dass nicht hoffen konnte jemals von jemandem passiert zu werden. Es war nach wie vor nichts am Horizont zu sehen als die Wüste. Ich hätte fast geglaubt es wäre nicht die echte Grenze. Ich blieb vor dem Schild stehen. Ich konnte doch die Grenze nicht einfach überschreiten. Was wäre denn wenn jemand auf mich schießen würde? Das war doch illegal. Ich setzte den Kanister ab, und setzte mich darauf. Ich betrachtete die Grenze. Hier einfach so, mitten im Niemalsland, sollte so etwas wichtiges liegen. Gerade war ich noch zu Hause und einen Schritt entfernt lag eine andere Kultur. Hier direkt neben mir. An dieser Stelle lag sie direkt neben mir. Und ich musste mich ihr wohl stellen wenn ich dafür sorgen wollte dass wir alle wieder heil nach Hause kamen. Ich stand auf, und der Schweiß rann mir schon den Rücken runter. Ich machte einen Schritt über die Grenze. Schuss? Ich zuckte so sehr zusammen dass ich das Gefühl hatte sogar meine Organe erschreckten und versuchten sich hintereinander zu verstecken. Ich rannte weg so schnell ich konnte. Ich rannte um mein Leben, während ich den Kanister so hielt dass eventuelle weitere Schüsse dadurch abgefangen würden. Ich hielt mich für geistesgegenwärtig, aber in Wirklichkeit hätte der Schuss das dünne Blech sofort durchdrungen. Ich blieb stehen. Ich hatte wohl nichts mehr zu befürchten, denn weitere Schüsse blieben aus. Aber die Angst, die steckte mir noch in allen Gliedern. Ich ging langsam zurück. Ich musste über diese Grenze. Und vielleicht wurde der Schuss auch nur durch einen alten Jäger ausgelöst, der im Gebirge eine Antilope schoss? Das musste ich glauben.
Ich näherte mich langsam wieder der Grenze. Wahrscheinlich hatte mein Kopf immer noch Angst. Oder war es vielleicht doch eher mein Bauchgefühl, dass mich davor warnte mich noch mal in eine mögliche Gefahr zu begeben? Ich erreichte das Schild und schaute mir noch einmal die großen weißen Letter auf dem grünen Schild an. So als hätte mein Blick darauf etwas zu suchen, was mich davon abhielt es zu übertreten. Also Einschusslöcher konnte ich jedenfalls nicht feststellen, das Schild war also nicht gemeint versuchte mich mein Zynismus zu überzeugen. Ich ging angeblich selbstsicher an dem Schild vorbei. Erneut ertönten Schüsse. Und wenn ich auch vor Schreck nicht sofort reagierte, so reagierte ich doch danach. Nachdem noch ca. 7 weitere Schüsse gefallen waren. Was war das für eine Scheiße? Was war das für eine scheißüberflüssige Grenze…..und von wo schoss man auf mich. Es war doch NICHTS weit und breit. Gar nichts. Ich wollte heulen. Aber irgendwie kamen keine Tränen, weshalb ich nur ein Jammern von mir gab, dass allerdings ein gefühltes Weinen darstellte. Ich setzte mich mit dem leeren Kanister neben das Schild. Ohne Benzin brauchte ich nicht wiederkommen.
Ich blickte verzweifelt in beide Richtungen. Vielleicht zurück gehen und fragen und Hilfe holen und was weiß ich. Den ganzen weiten Weg, ohne meine Aufgabe erfüllt zu haben. Ich stand von meinem Kanister auf und lief in die andere Richtung. Welche auch immer das sein mochte.

21

Keine Ahnung was wir machen sollten. Wir haben uns nebeneinandergelegt. Und dabei waren wir allein. Ich weiß das nicht so genau, aber ich glaub dass das bereits ein großer Schritt war.
Ich spürte jeden kleinen Grashalm der mich dort kitzelte wo mein T-Shirt etwas hochgerutscht war, und die Fliege die über meinen linken Arm krabbelte. Der rechte Arm zitterte ihr wohl zu sehr. Er konnte nämlich ihren Arm fast berühren. Und unsere Hände haben sich sogar ganz getroffen. Es war noch besser als ich es mir vorstellen konnte. Ich guckte mir die Situation wirklich ganz genau an, um alles richtig zu beurteilen. Aber es gab keinen Zweifel. Ich sollte die Berührung nicht ignorieren.
Wenn ich wüsste wie ich reagieren sollte. Ich konnte so was doch nicht. Reagieren. Also…. nicht jetzt.
Noch ein Zeichen! Damit ich mir ganz sicher sein konnte. Wenn ich gestern gewusst hätte dass es morgen kommt, wär es noch nicht zu spät gewesen.