Ich hab’ aber keine Seele
Früher dachte ich immer wenn ich lüge würde mein Licht etwas dunkler werden. Dass jeder ein Licht hätte und dieses bei jeder Tat die nicht ganz dich selbst widerspiegelt ein Stück weit verlischt, bis es irgendwann einmal ganz verlischt.
Das klingt irgendwie kitschig, das weiß ich.
Aber vor kurzem dachte ich wieder daran und mir wurde klar wie lange dieser Gedanke nicht mehr in meinem Kopf war und da wusste ich dass ich meine Seele verloren habe.
Keine Ahnung wann es passiert ist. Vielleicht lüge ich zu oft oder vielleicht bin ich zu oft jemand der ich nicht bin.
Mein Gott das wird ja immer kitschiger. Vielleicht stößt es trotzdem auf Verständnis. Es ist als ob man plötzlich blind ist für gute Dinge.
Es ist manchmal als ob mein Gehirn verschimmelt. Als ob ich alles durch einen Schleier wahrnehme. Früher hatte ich dieses Gefühl nur wenn ich länger nicht mehr intensiv gedacht habe. Zum Beispiel nach 6 Wochen Sommerferien. Aber jetzt ist es ein permanenter Zustand. Ich vergesse dann eben auch schnell Sachen die ich vor kurzem erst gehört hab. Das ist wie Verfall. Ich glaube sowas nennt man „erwachsen werden“. Ich nenne es jedenfalls so. Und ich will das nicht.
Übrigens stammen der Titel dieses Eintrages und der des letzten Eintrages aus einem ganz besonderen Werk. Vielleicht weiß ja jemand aus welchem.
Zuerst veröffentlicht am: 11.6.09 18:21