Am Rande des Wadis

2009 Mai 12

In einer Wüste kann man leicht verdursten

Stimmt nicht. Wieder mal ein populärer Irrtum der den Eingangscode in die westliche Zivilisation geknackt hat.

Tatsächlich sind bis jetzt viel mehr Menschen in der Sahara ertrunken als verdurstet. Wenn, ich betone WENN, einmal ein Regen in der Sahara niedergeht dann ist der so heftig dass man – sollte man sich in einem Tal aufhalten – schnellstmöglich fliehen sollte.
An einem Wochenende 1995 sind schon mal 300 Urlauber ertrunken. Und solche wolkenbruchartigen Regen gehen auch lokal sehr begrenzt hernieder. Jemand der 10km entfernt steht bekommt rein gar nichts davon mit

Ich zititere an dieser Stelle ein Geographiebuch, dessen Darstellung ich ehrlich gesagt aber für etwas übertrieben halte:

Es kann vorkommen dass man am Rande eines seit Jahren ausgetrocknetetn Wadis steht und plötzlich ein Brausen vernimmt, das rasch zu einem gurgelnden Donner. [...] Plötzlich erblickt man eine 2m hohe Wasserwand, die aus einer Biegung des Wadis herausschießt. Schon steht man am Rande eines entfesselten Wildflusses, der alles mit sich reißt.“

Quelle: H.-G. Kranke/ L. Rother (Hrsg.): Terra – Erdkunde 7, Stuttgart 1985, Geo-Spezial: Sahara, 1992; J. Wetzel (Hrsg.): Seydlitz – Geographie 3, Hannover 1995; „Hunderte Urlauber ertranken in der marokkanischen Wüste“, Badische Neueste Nachrichten, 21.8. 1995.</small/

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