Der Gott des geschriebenen Wortes

April 29, 2009

Ich habe hier schon einmal beschrieben wie mich ein Autor inspiriert hat dessen Werk ich noch nicht einmal gelesen habe.
So ähnlich geht es mir jetzt mit einem anderen Autor. Ich werde ihn nur beschreiben und mal schauen ob jemand darauf kommt wer es denn sein mag.

Eigentlich ist er im Literaturbetrieb sehr bekannt. Aber wenn ich Freunde oder Bekannte frage ob sie ihn kennen schütteln sie ausnahmslos alle den Kopf.

Dieser grandiose Schriftsteller schafft es in seinen Romanen über alles zu schreiben. Sein Thema ist einfach alles. Man kann bei manchen seiner Werke nicht einmal sagen wer die Hauptfigur ist oder wenigstens was der rote Faden ist, da es keinen gibt.
Er bringt in seinen Büchern ein wahrlich enzyklopädisches Wissen unter. Angefangen von der Geschichte der Mathematik, über Mystik, Philosophie, Physik, Comics, Popkultur und natürlich historische Ereignisse. Einige seiner Romane kann man kaum nachvollziehen ohne eigenen Rechercheaufwand. Ich kann nicht mal erahnen wie groß der Aufwand für ihn sein muss.
Vielleicht ist das der Grund für die Zeitspannen zwischen seinen Büchern.

Desöfteren hörte man munkeln er sei tot. Und da erschien doch wieder ein neues Buch das alle Unken Lügen strafte. Auch glaubten manche zu wissen dass diverse andere Autoren er wären. Einige starben. Die konnten es nicht sein. Andere dementierten. Grund ist sein extrem zurückgezogenes Leben. Das letzte Bild von ihm dass an die Öffentlichkeit drang ist von 1957. Und dabei ist nicht einmal klar ob das wirklich er ist. Es haben sich inzwischen 7 Menschen gemeldet die glauben sich selbst auf dem Bild wiederzuerkennen.
Einmal, vor 12 Jahren, spürten ihn Reporter auf. Er unterband die Veröffentlichung der gemachten Fotos, gab aber dafür ein kurzes Interview. Wobei das schon mehr ist als man normalerweise von ihm erwarten kann.
Mit anderen Worten der Mann ist ein lebendes Geheimnis.

Er ist in jedem Genre zu Hause. Er schreibt genauso sicher im pikaresken Stil wie auch im Stil der frühen Science Fiction-Romane. Und wenn er so schreibt dann sind Zeitreisen genauso relastisch wie tatsächliche historische Ereignisse.
Oder er schreibt über eine Welt in der fast alles ist wie hier und heute außer ein paar kleine Details. Und oft muss man wirklich überlegen was real ist und was fiktional oder einem Drogentraum entsprungen.
Die Figuren sind manchmal abstrus ohne Ende und ein anderes Mal total flach. Figuren die eigentlich Hauptpersonen sind werden unsichtbar und spielen am Ende des Romans keine Rolle mehr. Oder Figuren die mehrere Seiten lang einer Psychoanalyse unterzogen wurden verschwinden plötzlich, um einige hundert Seiten kurz wieder aufzutauchen.

Dünn sind seine Bücher nie. Sein letztes Buch hatte 1900 Seiten (meine Ausgabe zumindest).
Aber wenn man sich so ausdrücken kann ist das doch sicher der Hammer.
So würde ich auch gern schreiben können. Wie kann man nur so viel wissen, und so viele Schreibstile annehmen können?
Er muss doch jeden Morgen aufstehen, in den Spiegel gucken und sich denken:
“Wie gut dass ich …… bin.

Wer ist er?

(Sein Leben zu beschreiben wäre schwieriger gewesen. Sein Schreibstil ist so prägnant dass wahrscheinlich gleich jeder drauf kommt.)

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